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Kommentar zu Corona-Policen: Fragwürdige Taktik

Kommentar zu Corona-Policen : Fragwürdige Taktik

Vor allem Gastronomen haben Betriebsschließungspolicen gekauft. Die decken vermeintlich Pandemieschäden ab. Viele Versicherer zahlen aber nicht. Diese Taktik ist fragwürdig, kommentiert GA-Korrespondent Thomas Magenheim-Hörmann.

Das Solidarprinzip ist ein Grundgedanke der Versicherungswirtschaft. In Zeiten der Corona-Pandemie wird es zum gesellschaftstragenden Element, das viele Positivbeispiele unter Firmen aller Art und Branchen hervorbringt. Aber es gibt auch Negativbeispiele wie Konzerne, die ihre Ladenmieten nicht mehr zahlen, weil ihre Geschäfte geschlossen bleiben müssen, und damit die eigene Last nur auf andere abwälzen. Ausgerechnet in der Assekuranz greift derzeit nahezu flächendeckend ein besonders kritikwürdiges Verhalten um sich. Es trifft mit Gastronomen und Hoteliers eine Gruppe Corona-Hauptgeschädigter. Ihnen wird Geld für Betriebsschließungspolicen verweigert, das sie dringend zur Abwendung von Pleiten benötigen würden.

Die Versicherungskonzerne berufen sich auf das Kleingedruckte. Das kennt so mancher Verbraucher aus eigenen Schadensfällen. Die Taktik ist dabei oft, erst einmal nicht zu zahlen. Diese Taktik mancher Versicherer ist schon zu normalen Zeiten fragwürdig. Jetzt ist sie ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen und auch des überwiegend solidarischen Teils von Gesellschaft und Wirtschaft.

Die Versicherer scheinen langsam zu begreifen, welche Gefahr ihre Knausrigkeit für Ruf und Vertrauen bedeutet. Beides ist das Grundkapital der Assekuranz. Diejenigen, die ihre Kunden vor allem jetzt in Notzeiten im Regen stehen lassen, werden es nach der Corona-Krise schwer haben, ihre Produkte zu verkaufen. Zumindest diese Erkenntnis sollte in den Vorstandsbüros ankommen, wenn der normale Anstand dazu schon nicht ausreicht.