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Kommentar zur IHK: Fehlschläge eingeschlossen

Kommentar zur IHK : Fehlschläge eingeschlossen

Das Geschäftsklima in der Industrie erholt sich nach dem Brexit. Bonns Probleme mit der Arbeitslosigkeit bleiben. Doch die Kritik der Industrie- und Handelskammer wird hier nicht viel fruchten, kommentiert GA-Redakteurin Ulla Thiede.

Die Industrie und der Einzelhandel bleiben die Sorgenkinder in der Region, wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Dem exportorientierten Gewerbe machen die Handelskonflikte zu schaffen und der Austritt der Briten aus der Europäischen Union. Dazu kommt der Strukturwandel, angetrieben durch den Vormarsch alternativer Kraftstoffe, die wachsende Kritik am Plastikverbrauch und den Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Strukturwandel ist auch das verbindende Merkmal, wenn man nach den Problemen des Einzelhandels sucht. Das Bestellen im Internet ist zur bequemen Alternative geworden, denn es geht schnell und die Auswahl an Produkten ist um ein Vielfaches größer. Dass gerade die älteren Kunden eher in ein Geschäft gehen statt virtuell zu shoppen, in Bonn aber auf verkehrstechnische Hürden treffen, weil sie auch diejenigen sind, die lieber mit dem Pkw den Einkauf erledigen, ist ein unglückliches Zusammentreffen.

Es stimmt, dass die Verkehrsführungsversuche in der Bundesstadt an einigen Stellen einem Schildbürgerstreich ähneln. Doch die Kritik der Industrie- und Handelskammer wird hier nicht viel fruchten, weil verstopfte Straßen, Lärm- und Luftverschmutzung, fehlende Busse und Bahnen zum Umdenken zwingen. Fehlschläge eingeschlossen.