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Kommentar zu Kitaöffnung: Fehlende Perspektive

Kommentar zu Kitaöffnung : Fehlende Perspektive

In der Debatte um Lockerungen im Zuge der Corona-Krise sind die Familien mit Kita-Kindern bisher zu kurz gekommen. Das muss sich schnellstmöglich ändern, meint unsere Autorin.

In der Debatte um Lockerungen im Zuge der Corona-Krise findet vieles einen Raum. Da wird über Läden diesseits und jenseits der 800-Quadratmeter-Grenze gesprochen, über die schrittweise Öffnung der Schulen diskutiert und das Für und Wider einer Maskenpflicht thematisiert. Doch wie es mit der Betreuung in den Kindergärten weitergehen soll, steht nicht im Fokus der Politik. Im Gegenteil. Das Thema verkommt zur Nebensache. Dabei ist es von großer Wichtigkeit.

In den vergangenen Wochen wurde den Familien einiges zugemutet. Viele Eltern hatten auf einmal zwei Vollzeitjobs – ihren Beruf und die Rund-um-die-Uhr-Betreuung ihrer Kinder. Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht, einiges musste auf der Strecke bleiben. Zu Lasten der Arbeit oder des Nachwuchses. Auch der hat verzichtet: auf Spielplatzbesuche, auf Treffen mit den Großeltern, auf Dates mit Gleichaltrigen. Das alles haben Eltern, haben Kinder mehr oder weniger kommentarlos durchgestanden. Weil der Gesundheitsschutz zu Recht im Vordergrund stand. Und der frühe und konsequente Lockdown Menschenleben gerettet hat.

Nun aber zeichnet die Politik für zahlreiche Bereiche eine Perspektive auf, die für die Kleinsten, für Mütter und Väter nach wie vor fehlt. Das muss sich schnell ändern, die Politik muss die Frage der Kita-Öffnungen endlich priorisieren. Ein erster Schritt scheint getan, die Familienminister von Bund und Land haben sich der Thematik angenommen. Bleibt zu hoffen, dass bald ein konkreter Weg aufgezeigt wird. Und es nicht bei Vorschlägen und Lippenbekenntnissen bleibt.