Kommentar: Erziehungsratschläge des Papstes - Selbst disqualifiziert

Kommentar : Erziehungsratschläge des Papstes - Selbst disqualifiziert

Der Papst ist von Amts wegen Junggeselle, und entsprechend vorsichtig sollte man mit Erziehungsratschlägen von Jorge Mario Bergoglio umgehen.

Er nennt es "schön", wenn ein Vater sein Kind "ein wenig" schlägt, dabei aber das Gesicht ausspart, um die Würde des Kleinen nicht zu verletzen. Wie bitte soll man sich Schläge ohne Würdeverletzung vorstellen? Franziskus' pädagogische Auffassungen disqualifizieren sich von selbst.

So weit, so schlecht. Noch schlechter, weil es sich diesmal um eine schriftlich vorbereitete Ansprache handelte und nicht um eine spontane Interviewäußerung wie beim Vergleich zwischen kinderreichen Eltern und Karnickeln. Ein Papst kann so etwas nicht bloß dahersagen, sondern seine Worte gewinnen kraft Amtes enormes Gewicht.

Umso mehr muss Papst Franziskus aufpassen, dass die Seriosität seines Auftretens nicht in Zweifel gerät. Denn das versuchen seine Gegner zu erreichen. Viele traditionell geprägte Katholiken kommen schwer damit zurecht, dass dieser Papst nicht einfach dekretiert, wo es langgeht, sondern - Gott sei Dank! - Diskussionen anstößt. Dass er Gewohntes in Frage stellt, und zwar in erfrischend direkter Art und Weise. Es gibt genug Leute, denen das alles nicht passt und die sich einen Spaß daraus machen, dem Papst unklare und widersprüchliche Aussagen vorzuhalten.

Jorge Mario Bergoglios Pontifikat bedeutet für die katholische Kirche eine Jahrhundertchance. Um diese Chance zu wahren, sollte er sich vor unüberlegten oder wie jüngst zumindest schlecht überlegten Äußerungen hüten.

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