Kommentar: Drogenbericht der Bundesregierung - Nicht unterschätzen

Kommentar : Drogenbericht der Bundesregierung - Nicht unterschätzen

Es hat schon mal dramatischere Berichte der Drogenbeauftragten der Bundesregierung gegeben. Die Koalition ist mit den neuesten Zahlen durchaus zufrieden. Gut ist: Der Missbrauch schwerer Drogen steht nicht mehr im Vordergrund.

Es sind vor allem die Alltagsdrogen wie Alkohol und Zigaretten, die trotz eines insgesamt eher konstant bleibenden Konsums die Politik umtreiben. Und es ist vor allem der Missbrauch durch Jugendliche, der alarmieren muss.

Aber es sind eben nur noch Angehörige einer bestimmten Altersgruppe, die gerne mehrfach pro Woche einen über den Durst trinken. Der Bericht schlägt zwar nur verhalten Alarm. Der verbreitete Alkoholismus unter Heranwachsenden darf aber nicht unterschätzt werden. Die entsprechenden Kampagnen funktionieren jedenfalls nicht hinreichend. Wichtig in dem umfassenden Bilanzbericht ist auch das ungelöste Problem des Alkoholkonsums werdender Mütter. Trinken während der Schwangerschaft kann zu einer dauerhaften und irreparablen Schädigung des Ungeborenen führen.

Der offizielle Name des Koalitionspapiers lautet "Drogen- und Suchtbericht" der Bundesregierung. Der Suchtbereich dringt im Gegenzug immer stärker in die gesellschaftliche Realität ein. Die Spielautomaten-Sucht konnte durch scharfe Restriktionen der Daddel-Apparate in Gaststätten reduziert werden. Das trifft längst nicht durchgehend auf die Spielsucht im Internet zu. Über eine halbe Million Deutsche gelten als internetsüchtig - mit allen, auch langfristigen gesundheitlichen Nebenwirkungen und Risiken.

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