Kommentar: Die Suche nach einem Atommüllendlager - Weiße Landkarte

Kommentar : Die Suche nach einem Atommüllendlager - Weiße Landkarte

Ein langer Weg, ein langes Ringen und nach Stand der Dinge voraussichtlich bald das Ende einer Auseinandersetzung, die über Jahrzehnte Parteien und Gesellschaft gespalten hat. Der Kampf um die Atomkraft geht in seine letzten Runden.

Die Zeichen stehen auf Konsens. Was das Land braucht, ist ein Endlager für hoch radioaktiven Müll. Ohne sicheres Endlager gibt es keinen sicheren Ausstieg. Das wissen alle Beteiligten. Deswegen muss nun auch ein Kompromiss über ein Suchgesetz her. Je früher, je besser.

Die Schlachten sind geschlagen. Die Atomkraft war ebenso umstritten wie umkämpft. Lange haben CDU, CSU und FDP an der Atomkraft festgehalten und den rot-grünen Ausstiegsbeschluss von 2001 bekämpft. In der Folge des verheerenden Reaktorunglücks im Frühjahr 2011 im japanischen Fukushima, kurz vor der wichtigen Landtagswahl in Baden-Württemberg, schwenkte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dann auf Atomausstiegskurs. Es war eine Mischung aus politischem Kalkül und zähneknirschender Einsicht.

Jetzt also soll ergebnisoffen nach dem Prinzip der "weißen Landkarte" neu gesucht werden. Alle geeigneten Standorte in Salz-, Ton- oder Granitgestein sind im Topf. Gorleben ist damit nicht raus, aber auch nicht mehr präjudiziert. Das ist richtig, weil sich am Ende erweisen könnte, dass Gorleben doch der beste, weil sicherste Standort für ein Endlager ist. Vorerst aber sollen keine Castoren mehr ins Wendland rollen. Denn Konsens braucht Frieden und keinen Kampf.