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Kommentar: Die Grünen und die Pädophilen - Keine Relativierung

Kommentar : Die Grünen und die Pädophilen - Keine Relativierung

Es ist ein Stück unrühmlicher grüner Vergangenheit. Die sexuelle Instrumentalisierung von Kindern und jungen Heranwachsenden galt nicht nur in Teilen der 68er Bewegung als Ausdruck einer tabu- und repressionsfreien Gesellschaft. Diese Haltung war sicher auch ein Reflex auf die Verklemmtheit der Nachkriegsjahre, die, beispielsweise, in die Strafbarkeit der Homosexualität mündete.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Die ekelerregende Relativität, mit der Daniel Cohn-Bendit seine damaligen Kindersex-Fantasien heute schönredet, und die Ergebenheitsadressen vor allem von Grünen-Linken an ihren alternden Vordenker werfen ein Licht auf diese völlig verquere Haltung jener Zeit: Zumindest Teile der 68er-Bewegung verabschiedeten sich vom gesellschaftlichen Konsens, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern eine Straftat ist. Hinter dieser heute selbstverständlichen Position findet sich kein Defizit an Toleranz, sondern das bewusste Flaggezeigen für grundsätzliche Werte. Dazu zählt der Kinderschutz.

Es ist gut, dass die Parteispitze ein Gutachten über den Einfluss der Pädophilen-Aktivisten auf die Grünen der Anfangsjahre in Auftrag gegeben hat. Die Parteiführung muss die Gefahr einer relativierenden Debatte mit Blick auf die Bundestagswahl spüren. Denn eines ist klar: Das Land braucht einen Diskurs über stärkeren Kinderschutz. Wie auch immer das Gutachten ausfallen wird: Die Erinnerung an diesen Teil ihrer Geschichte hat den Grünen schon jetzt Schaden zugefügt. Das ist die Hypothek aus jener Zeit.