Kommentar zur Bahn: Die Butter vom Brot

Kommentar zur Bahn : Die Butter vom Brot

Anders als im Fernverkehr gibt es im Nahverkehr auf der Schiene Wettbewerb. Die Deutsche Bahn verliert dabei immer mehr an Marktanteilen. Ein Kommentar.

Der Riese schwächelt. Der Wettbewerber-Report Eisenbahnen zeigt, wie sehr die Deutsche Bahn über die Jahre aus dem Regionalverkehr verdrängt worden ist. Wenn die Wettbewerber bis 2024 auf einen Marktanteil von 45 Prozent kommen wollen, dann ist das gar nicht mal unrealistisch – gerade wenn man sieht, wie die Bahn in den vergangenen Jahren in die Ausschreibungen gegangen ist. Gerade in Nordrhein-Westfalen hat sie sich die Butter vom Brot nehmen lassen und eine Linie nach der anderen an Konkurrenten wie die Mittelrheinbahn oder National Express verloren. Auch der prestigeträchtige Großauftrag Rhein-Ruhr-Express (RRX) ging der Bahn durch die Lappen.

Da fragt man fragt sich: Können sie es bei der DB Regio nicht – oder wollen sie es nicht? Die Verwaltungskosten seien zu hoch, interne Regelungen zu starr, sagen Kritiker wie die Lokführergewerkschaft GDL. Offensichtlich müssen die Strukturen und die strategische Ausrichtung auf den Prüfstand.

Gewiss: Aus Kundensicht ist es nachrangig, mit welchem Logo der Pendlerzug durch die Lande fährt. Pünktlich und zuverlässig muss er sein, das ist die Hauptsache. Doch in diesem Punkt stößt der Wettbewerb an seine Grenzen. Schließlich nutzen alle Eisenbahnverkehrsunternehmen die selbe Schieneninfrastruktur  – eine Infrastruktur, die vielerorts nicht mehr ausreicht und Ursache für Verspätungen ist.

Dass Investitionen in die Schiene erforderlich sind, hat die Politik inzwischen erkannt. Jetzt müssen sie möglichst schnell auch in die Tat umgesetzt werden. Dass für ein Ausbauprojekt wie die Bonner  Flughafenanbindung über die S 13 zwölf Jahre Bauzeit veranschlagt sind, nachdem die Planung schon eine halbe Ewigkeit gedauert hat, ist geradezu aberwitzig.

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