Deutsche Post: Ein Kommentar zur "Strategie 2025"

Kommentar zur Deutschen Post : Wachsam sein

Die "Strategie 2025" der Deutschen Post DHL ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch ob das Management die Risiken vollständig bedacht hat, das ist nicht sicher, kommentiert GA-Korrespondentin Brigitte Scholtes.

Die "Strategie 2025" der Deutschen Post DHL ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das Unternehmen will stark in die Digitalisierung investieren und sein Kerngeschäft stärken, das ist sinnvoll. Doch ob das Management die Risiken vollständig bedacht hat, das ist nicht sicher. Denn die Deutsche Post DHL ist weltweit aktiv und ist deshalb nicht immun gegen die Effekte des Handelskonflikts.

Der, so hofft Konzernchef Frank Appel, sollte zwar in zwölf Monaten ausgestanden sein, sicher aber ist das bei den zahlreichen Wendungen der letzten Zeit mitnichten. Allerdings gibt es ein Gegengewicht: Die Post profitiert von der Lust der Verbraucher, die immer mehr online shoppen - das beschert ihr gutes Geschäft. Doch die Konkurrenz schläft nicht.

So hat der Online-Händler Amazon begonnen, einen eigenen Zustellservice aufzubauen. Hier droht also nicht nur der Verlust eines Großkunden. Der Wettbewerb verschärft sich dadurch auch weiter, das dürfte zulasten der Margen gehen. Ob also die Position der Stärke, aus der der Konzern nun seine Strategie entwickelt hat, in dieser Form auch 2025 noch besteht, ist fraglich.

Man muss den Bonnern aber auch zugestehen: Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt. Die kräftigen Investitionen in die Digitalisierung sind richtig, sie sparen zum einen Kosten, auch bleibt das Unternehmen technologisch auf der Höhe der Zeit. So spielt der Konzern wahrscheinlich auch mittelfristig vorn mit. Um Marktführer zu bleiben, muss er sehr wachsam sein.