Kommentar zum krummen Gemüse: Der Wille zählt

Kommentar zum krummen Gemüse : Der Wille zählt

Das Thema Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde. Wenn der Wille da ist, lässt sich das Thema in bestimmten Bereichen leicht umsetzen, wie sich im Kreishaus in Siegburg zeigt.

Der Verzicht auf Plastik, der Ruf nach mehr öffentlichem Nahverkehr oder auch das Vermeiden von Flugreisen: Über kaum ein Thema wird derzeit so viel diskutiert wie über Nachhaltigkeit. Das Siegburger Kreishaus geht mit gutem Beispiel voran. Die Idee, krummes und unperfektes Obst und Gemüse vor der Tonne zu retten und es zu verarbeiten, zeigt, wie einfach das Thema in manchen Bereichen umgesetzt werden kann – wenn denn der Wille da ist.

Der ist in diesem Fall vorhanden. Beim Großhändler, der sich darauf spezialisiert hat, sowieso, aber auch beim Betreiber und bei den Restaurant-Mitarbeitern. Bei den Kunden kommt das Konzept ebenfalls gut an.

Und doch: Das Sprichwort „Das Auge isst mit“ kommt nicht von ungefähr. Wer die Wahl hat, greift bei gleichem Preis immer noch eher zum optisch unversehrten Gemüse als zu dem mit Druckstellen. Ob mit oder ohne Makel: Auf den eigentlichen Geschmack hat das Optische allerdings nur bedingt Auswirkungen. Immer mehr Supermärkte bieten mittlerweile ebenfalls Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern an. Kunden begrüßen das und greifen für vergleichsweise weniger Geld auch mal zur krummen Gurke. Vielleicht sollte „Das Auge isst mit“ einfach noch weniger zählen. Der Wille dazu scheint da zu sein.