Kommentar zu Maschinenbauern : Das globale Pendel

Kommentar zu Maschinenbauern : Das globale Pendel

Die deutschen Maschinenbauer haben sich für einen härteren Umgang mit China ausgesprochen – und damit ihre Politik gegenüber dem fernöstlichen Land geändert. Das Pendel der Globalisierung schwingt zurück, kommentiert GA-Korrespondent Finn Mayer-Kuckuk.

Angesichts des großen Marktes hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer bisher eine Politik der Besänftigung gegenüber Peking angemahnt. Jetzt fordert er die Bundesregierung zu harten Worten über Subventionen und Marktzugangshemmnisse auf, ganz nach dem Vorbild von US-Präsident Donald Trump.

Das Pendel der Globalisierung schwingt zurück. Die Länder Europas waren seit der Zeit des Kolonialismus über Jahrhunderte die dominanten Mächte. Sie waren es, die in anderen Weltgegenden investiert und sie zum Teil ausgebeutet haben. Die Erfahrung, sich selbst zumindest ansatzweise am schwächeren Ende der Globalisierung zu befinden, ist neu. China wiederum hat seit seiner Öffnung 1978 enorm von westlichen Investitionen profitiert. Der Bau neuer Fabriken hat seine Wirtschaft auf ein modernes Niveau katapultiert. Das war der deutschen Industrie recht, solange sie die Firmen und Verbraucher dort vor allem als Abnehmer technologisch überlegener deutscher Waren sah. Die deutsche Wirtschaft hat daher jahrzehntelang über die ungleichen Handelsbedingungen und die Menschenrechtsverletzungen hinweggesehen.Die Forderung nach mehr Schutz ist legitim, zeigt aber, wie sehr die Einstellung zur Globalisierung davon abhängt, wer gerade am meisten profitiert.