Kommentar: Atommüll-Endlager - Die Suche geht weiter

Kommentar : Atommüll-Endlager - Die Suche geht weiter

Das Passwort lautet: ergebnisoffen. Genau darauf haben sich alle Beteiligten in Bund und Ländern - Gegner der Atomkraft wie auch Befürworter der Kernenergie - verständigt, als sie ihren Kompromiss für die Suche nach einem Atommüll-Endlager verabredet haben.

Das heißt: Es gibt keine Vorfestlegung für einen Standort in Deutschland, auch nicht für Gorleben. 1,7 Milliarden Euro, die bislang in die Erkundung des niedersächsischen Salzstocks geflossen sind, wären zwar ein Argument, jedoch ein finanzielles und eben keines von nachgewiesener Eignung und Sicherheit.

Keine weißen Flecken auf der Landkarte bedeuten: Alles ist möglich, auch ein atomares Endlager in Bayern oder Baden-Württemberg, wo gleichfalls gesucht werden wird, selbst wenn es am Ende dann doch wieder Gorleben werden würde. Die Suche wird Politikern, Geologen, Sachverständigen und auch den Bürgern alles abverlangen. Einen Vorgeschmack bietet die gestern verkündete Schließung eines großen Teils von Gorleben. Das Erkundungsbergwerk ist bis auf weiteres zu Ende erkundet.

Jetzt soll die Suche richtig beginnen - ergebnisoffen. Proteste sind programmiert. Und die Zahl der Anhänger des Sankt-Florians-Prinzips in dieser hoch emotionalen Frage wird in die Höhe schießen, je näher eine Entscheidung rückt, die allerdings noch knapp zwei Jahrzehnte entfernt ist. 2031 soll der Ort benannt sein. Frühestens ab 2050 könnte ein Atommüll-Endlager betriebsbereit sein, was aber schon heute als ambitioniert gilt. Die übernächste Generation darf das Problem dann lösen. Hoffentlich endgültig.