Kommentar zur Ausweitung der Stadtbahnlinie 18

Kommentar zur Ausweitung der Stadtbahnlinie 18 : Nur ein Schritt

Es ist ein lobenswerter Schritt, dass das Angebot der Linie 18 ausgeweitet wird. Aber damit sie im Vorgebirge eine wirklich gute Verkehrsalternative zum Auto darstellt, muss noch mehr geschehen.

Irgendwann könnte man die Linie 18 als wirklich gutes Stadtbahnangebot bezeichnen. Ab Mitte Dezember fahren die Bahnen abends häufiger, am Wochenende zudem stündlich die ganze Nacht über. Bereits im Dezember 2018 hatte es Taktausweitungen an Wochenenden und Feiertagen gegeben. Es wird somit attraktiver, für einen Besuch in Bonn, Brühl oder Köln nicht ins Auto zu steigen. So kann man sich nicht nur ein Bier oder einen Wein gönnen, zudem spart eine Fahrt mit der Bahn Sprit und CO2 ein.

Dennoch wird auch mit den kommenden Änderungen das alte Leid mit der Linie 18 bleiben: viele Verspätungen und Ausfälle. Die Gründe dafür sind bekannt. Die Strecke umfasst zwischen Köln-Thielenbruch und Bonn fast 49 Kilometer. Einen Abschnitt davon, auf Kölner Gebiet, fährt die Linie 18 nicht auf einer eigenen Spur, sondern teilt sich die Straße mit dem Autoverkehr. Das macht sie anfällig für Verspätungen - und diese potenzieren sich auf den eingleisigen Streckenabschnitten in Bornheim, wenn eigentlich pünktliche Bahnen auf verspätete Züge aus der Gegenrichtung warten müssen.

Die vollständige Zweigleisigkeit muss her - um Verspätungen vorzubeugen und einen Zehn-Minuten-Takt zu ermöglichen. Natürlich kostet das Zeit und Geld. Aber wenn Klimaschutz und Verkehrswende nicht nur Worthülsen sein sollen, müssen solche Projekte schnell umgesetzt werden.

Vollständig ausgebaut hat die Linie 18 das Potenzial, eine richtig gute Verkehrsalternative im Vorgebirge zu sein. Sie erschließt viele Ortschaften und stellt eine direkte Verbindung in die Großstädte dar. Die Taktausweitungen im Dezember sind ein Schritt dahin. Aber nur ein weiterer und längst nicht der letzte.