Kommentar zum Schuldneratlas: In der Falle

Kommentar zum Schuldneratlas : In der Falle

Dass die Überschuldungsquote in der Region leicht sinkt, ist kein Grund zur Entwarnung. Vor allem die zunehmende Verschuldung von Senioren gibt Anlass zur Sorge. Ein Kommentar.

Die Überschuldungsquote in der Region stagniert, vielerorts ist sie sogar leicht rückläufig. Kann man da aufatmen? Kaum. Wenn in manchen Gegenden mehr als jeder zehnte Bürger nicht in der Lage ist, Schulden zu begleichen oder massive Zahlungsschwierigkeiten hat, dann ist das ein Warnsignal.

Deutlich erkennbar ist inzwischen auch der Trend, dass immer mehr Ältere in die Schuldenfalle geraten. Sie haben angesichts ihres geringeren Einkommens weniger Möglichkeiten, auf einen grünen Zweig zu kommen – verglichen mit den Jüngeren, die im Berufsleben stehen. Mit wachsender Altersarmut steigt auch das Überschuldungsrisiko. Geringe Renten und steigende Mieten begünstigen diese Entwicklung. Ein Thema, dem sich die Politik stellen muss.

Auf rein praktischer Ebene sind Einrichtungen wie Schuldnerberatungen gefordert. Sie müssen Senioren aktiv und frühzeitig Angebote machen, um Überschuldung im Alter vorzubeugen. Dabei ist die Aufklärung von Bedeutung. Denn viele Verbraucher überschätzen ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten und lassen sich beispielsweise von scheinbar günstigen Null-Prozent-Finanzierungen zu Anschaffungen verleiten, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können.

Dieses Problem zieht sich allerdings durch alle Altersschichten. Deshalb ist es wichtig, möglichst früh mit der Aufklärung zu beginnen. Der richtige Umgang mit Geld und finanzielle Allgemeinbildung sollten selbstverständlich in Schulen vermittelt werden. Ob das in NRW eingerichtete Schulfach Wirtschaft dafür sensibilisieren kann, muss sich erst noch zeigen.

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