Kommentar zum Strukturbild der Region: Geballte Aufgabe

Kommentar zum Strukturbild der Region : Geballte Aufgabe

Das Strukturbild, das unter Regie des Vereins Region Köln/Bonn entstanden ist, zeigt einmal mehr, wie komplex die Aufgaben für die Kommunen und Verkehrsunternehmen in den kommenden Jahrzehnten sind, findet GA-Redakteurin Bettina Köhl.

Das Strukturbild, das unter Regie des Vereins Region Köln/Bonn entstanden ist, zeigt einmal mehr, wie komplex die Aufgaben für die Kommunen und Verkehrsunternehmen in den kommenden Jahrzehnten sind. Doch es gibt keinen Weg zurück, niemand kann entscheiden, einfach nicht weiter zu wachsen, während Menschen und Unternehmen in die Region drängen. Das ist eine geballte Aufgabe, denn der Platz ist ohnehin schon knapp.

Das Strukturbild zeigt auf, wo dieses Wachstum stattfinden kann, nämlich in den Städten und Gemeinden, die an den vorhandenen Schienensträngen und Hauptverkehrsachsen liegen. Der Blick der Planer ist dabei nicht nur auf die Städte Bonn und Köln gerichtet. Vielmehr sollen kleinere urbane Zentren eine wichtige Rolle bei der Ansiedlung neuer Unternehmen spielen und so auch die überfüllten Pendlerrouten entlasten. Hier liegen viele Chancen für den Rhein-Sieg-Kreis, aber auch große Herausforderungen.

Beispiel Gewerbegebiete: Hier ist es sicherlich sinnvoll, bestehende Flächen besser auszunutzen und in die Höhe zu bauen. Das lassen jedoch oft die alten Bebauungspläne nicht zu. In den Planungsämtern der Kommunen fehlt das Personal, um flächendeckend neue Bebauungspläne zu erstellen, die die Ziele des Strukturbilds 2040+ ermöglichen. Und selbst wenn neue Stellen ausgeschrieben sind, lassen sich dafür nur schwer Bewerber finden, weil Architekten, Ingenieure und Stadtplaner wegen des anhaltenden Baubooms auch anderswo gefragt sind.

Das größte Problem ist und bleibt der Verkehr. Busse und Bahnen sind zu den Stoßzeiten jetzt schon überfüllt. Ein paar Kilometer Radweg hier und ein paar Leihfahrräder da werden nicht helfen. Es sind große und teure Maßnahmen notwendig.

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