Kommentar zum Kraftwerk-Konzert in Bonn: Einmaliges Erlebnis

Kommentar zum Kraftwerk-Konzert in Bonn : Einmaliges Erlebnis

Die Elektropop-Legenden von Kraftwerk geben bei BTHVN2020 ein Konzert im Bonner Hofgarten. Unser Autor meint: Die Musikfans dürfen sich auf ein imposantes Ereignis freuen, für das man sich schon jetzt bei Unirektor Michael Hoch bedanken kann.

Die Musikfans dürfen sich jetzt schon bei Unirektor Michael Hoch bedanken. Dass die Universität Bonn ihren Hofgarten für die großen zentralen Musikereignisse im Beethoven-Jubiläumsjahr zur Verfügung stellt, ist nicht selbstverständlich. Der Senat der Universität hatte 1984 beschlossen, dass der Hofgarten generell für Großveranstaltungen nicht mehr zur Verfügung gestellt werden soll. Diese Entscheidung hat er später auch vor dem Verwaltungsgericht Köln erfolgreich bekräftigt. Man wollte einfach nicht mehr, dass sich ein allgemeines Nutzrecht auf die Hofgartenwiese einschleicht.

Als 250.000 Menschen im November 1992 gegen Ausländerfeindlichkeit und für das Grundrecht auf Asyl auf die Bonner Straßen gingen, erlaubte die Uni damals die Schlusskundgebung am ehemaligen Kurfürstlichen Schloss.

Die Erlaubnis für die Konzerte im kommenden Jahr sind sicherlich Teil des Öffnungsprozesses, den Hoch bei seiner Ernennung zum Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vor vier Jahren ankündigte. Das ist eine schöne Geste.

Und doch werden wir uns sicherlich nicht an solche Konzerte im Hofgarten gewöhnen dürfen. Sie werden eine Einmaligkeit bleiben - jedenfalls für lange Jahre. Man kann dazu stehen, wie man will, Fakt ist, dass die Universität entscheidet, was auf ihrem Grund und Boden geschieht. Und das ist gut so. Eine Kirmes oder, wie auch schon mal im Gespräch, eine Eisbahn für viele Wochen mitten auf dem Hofgarten will ich mir nicht vorstellen.

Jetzt freuen wir uns erst einmal auf Mai 2020. Das Simultankonzert mit Direktübertragung aus Wien wird gewiss ein beeindruckendes Erlebnis werden. Noch imposanter aber wird sicherlich der Auftritt der Kraftwerker sein, wenn eine roboterhafte, schrill-metallene Stimme sie ankündigt: "Ladies and Gentlemen, heute Abend: die Mensch-Maschine." Die Meister der konstruierten Inszenierung und der Ästhetik des Kühlen werden uns eine fantastische Show bieten.

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