Kommentar zur Ölprognose der Opec: Eigennützige Prognose

Kommentar zur Ölprognose der Opec : Eigennützige Prognose

Die Ölreserven sind weiterhin groß. Deshalb dürfen die westlichen Länder jedoch ihren Kampf um mehr Klimaschutz nicht aufgeben, kommentiert GA-Korrespondentin Brigitte Scholtes.

Es ist lange her, dass die Welt sich Sorgen um die Ölreserven der Welt machte. Doch wegen neuer Techniken zur Ölgewinnung wie etwa des Fracking sind die Ölvorräte auf lange Zeit kein Problem mehr. Das ist eine gute Nachricht für die weiteren Wachstumsmöglichkeiten der Weltwirtschaft, eine schlechte aber für den Klimaschutz. Denn wenn die Prognose der Opec sich bewahrheitet, dass die Entwicklungsländer in den nächsten Jahren schnell wachsen und damit ihre stark steigende Bevölkerung mit Energie versorgen müssen, dann werden erneuerbare Energien nur einen Teil dieser Nachfrage stillen können. Öl, Gas und Kohle werden weiterhin die wichtigsten Energiequellen sein.

Deshalb dürfen die westlichen Länder jedoch ihren Kampf um mehr Klimaschutz nicht aufgeben. Umso wichtiger ist es, die Stromversorgung aus alternativen Quellen weiterzuentwickeln. China weiß um das Problem, das Land setzt ja im Verkehr auf die Elektromobilität, auch wenn diese noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Indien muss noch größere Anstrengungen unternehmen – der Smog, der bei beim Besuch der deutschen Bundeskanzlerin über der indischen Hauptstadt Neu-Delhi hing, ist ein anschaulicher Beweis dafür. Die auch eigennützige Prognose der Opec, dass das Öl auch mittel- bis langfristig wichtigster Energieträger bleibe, sollte die westlichen Staaten eher antreiben, ihre Bemühungen bei der Weiterentwicklung der alternativen Energien voranzutreiben. Denen gehört langfristig die Zukunft, nicht den fossilen Energien.