Weinfest an der Ahr: Winzerfestzug in Rech wurde von der Sonne verwöhnt

Weinfest an der Ahr : Winzerfestzug in Rech wurde von der Sonne verwöhnt

Paukenschläge und Trommelrhythmen kündigten schon von Weitem den bunten Lindwurm an. Bunt geschmückte Wagen schlängelten sich durch den Weinort Rech. Den Straßenrand säumten Tausende begeisterte Zuschauer.

Von der Sonne verwöhnt und von mehreren Tausend Zuschauern am Straßenrand bejubelt zog am Sonntag ein sehr ansehnlicher Winzerfestzug durch den Weinort Rech. Mobile Weinhändlerinnen und dicht umlagerte Probierstände am Wegesrand stimmten die Besucher des Weinfestes schon im Vorfeld optimal ein, sodass die Stimmung im knubbelig gefüllten Ortskern rundum fröhlich und ausgelassen war.

Paukenschläge und Trommelrhythmen kündigten schon von Weitem den bunten Lindwurm an, denn der Fanfarenzug Schwarz-Gelb Dattenberg bildete, ganz in Schwarz gekleidet, die Speerspitze der Bewegung. Das Team vom Gasthaus „Zum alten Küster“ machte es sich mit der Ziehharmonika auf einem Wagen gemütlich und feierte nach dem Motto: „Bei Sonnenschein und gutem Wein fühlt man sich beim alten Küster wie daheim.“ Da wollte das Weingut Alfons Hostert nicht nachstehen und war der Überzeugung: „Recher Wein in froher Runde versüßt so manche Abendstunde.“ Das wurde natürlich mit einem großen, alten Weinfass auf einem Wagen anschaulich demon-striert.

Die knallgelben „Familienfreu(n)de“ flanierten gut gelaunt mit einem Gummikrokodil und viel Flower-Power durch die Straßen des Weinortes und wussten: Der Recher Wein schmeckt dank Sonnenschein besonders fein. „1200 Hände, 600 Herzen, eine Leidenschaft“ – die Weinmanufaktur Dagernova stellte einmal mehr unter Beweis, dass sie den Wein nicht nur liebt, sondern lebt. Historische Abfüllanlagen und ein Barriquefass wurden von einem wunderschönen Lanz-Bulldog gezogen, jede Menge „Winzer von damals“ im Schlepptau.

Unter dem Motto „Es grüßen die Recher und ihren Wein die Möhnen aus Mayschoß und der Verkehrsverein“, präsentierten sich die Mayschoßer Möhnen in historischen Kostümen und wurden im Nachbarort natürlich mit besonders viel Hallo begrüßt. Ihr pittoreskes Kaffeekränzchen mit Wein auf dem Wagen war eine wahre Augenweide.

Anerkennende Blicke gab es auch für den Lanz-Bulldog aus dem Jahre 1940 mit seinen 4,3 Litern Hubraum, der den Wagen des Weinguts Adolf Schreiner mit einer überdimensionalen Weinflasche und einer Traubenbütt zog. Die wandelnden Glücksbringer hatten ein prima Rezept gegen schlechte Laune: „Du brauchst nicht viel zum Glücklichsein, trinkst Du täglich Schreiners Wein.“ Eine tolle Idee hatte das Weingut Otger Schell: Es verzauberte mit der Fee des Weißweins, der Fee des Rotweins und der Fee des Blanc de Noir – alle drei in aufwendigen Kostümen – die Zuschauer am Wegesrand. Denn schließlich weiß jeder: „Rotwein, Weißwein, Blanc de Noir – der Recher Wein ist einfach wunderbar.“

Bereits zum elften Mal winkte „Bacchus“ Uli Jacobs vom gigantischen Weinfass in die Menge und nippte genussvoll an einen Glas Recher Spätburgunder. Viel zu feiern haben die Recher Junggesellen in diesem Jahr, was sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge tun, denn: „Viele Kameraden treten in den Ehebund, für den JGV zum Feiern noch ein Grund.“ Passend dazu hatten sie ein Brautpaar samt Pastor bei der Trauungszeremonie dargestellt.

Dann näherte sich langsam der Höhepunkt des Winzerfestzuges, denn die Freunde und Familie der Weinkönigin bildeten die Vorhut für den Prunkwagen der Weinmajestät. Dabei grüßten deren Eltern Christian und Jaqueline Eller besonders den Ferienort der Weinkönigin, Egmond aan Zee in Holland, als kecke „Frau Antje“-Verschnitte. Das krönende Finale des Winzerfestzuges bildete der Wagen mit dem Weinmajestäten-Trio, ganz oben Weinkönigin Michaela Eller in ihrem strahlend roten Kleid, etwas weiter unten die beiden Weinprinzessinnen Annika Rech und Annabel Stodden. Ein unvergesslicher Tag für die hübschen Repräsentantinnen des Recher Weinbaus, die sich sehr darüber freuten, dass auch sämtliche anderen Weinköniginnen des Ahrtals in offenen Cabriolets mit von der Partie waren.