Eine Ur-Version von „Stille Nacht“: Weihnachtskonzert begeistert in Mayschoß

Eine Ur-Version von „Stille Nacht“ : Weihnachtskonzert begeistert in Mayschoß

So ein Weihnachtskonzert gibt es in Mayschoß nicht alle Tage. Kein Wunder, dass Moderator Sascha Neuert zur Begrüßung vor vollen Reihen in der Pfarrkirche Sankt Nikolaus und Sankt Rochus stand.

Allein insgesamt fast 60 Sänger zählten die drei beteiligten Chöre, die gemeinsam mit dem Publikum am Ende „Weißer Winterwald“ sangen. Dazu kamen Instrumentalisten und Gesangssolisten. Karlheinz Frings hatte sie alle zusammengebracht und die Konzertidee in die Tat umgesetzt.

Er wohnt seit vielen Jahren in Mayschoß, ist aber in Sankt Katharinen/Verbandsgemeinde Linz geboren und dort Chorleiter des Frauenchors und des Männergesangvereins, die auf der rechten Rheinseite ähnliche Konzerte bestreiten. In seinem jetzigen Wohnort fand er mit Mitstreiter, die mit für rund zwei kurzweilige Stunden zwischen Tannengrün und Kerzenschein mit Klängen von Johann Sebastian Bach bis zu den Bläck Fööss sorgten.

Die Mayschosser Band Tramprock hieß mit „Peace, Freedom, Schalom, Salam“ willkommen. Auch mit Chris de Burghs „Where peaceful waters flow“ und John Lennons „Happy X-Mas/War is over“ begeisterte sie. Gitarrensound und Gesang verfehlten ihre Wirkung nicht: Das Publikum swingte leise mit beim Auftritt von Heinrich Schmitz, Philipp Bertram, Andy Keutgen, Andrea Schreiner, Melanie Keutgen, Monika Schmitz und Anette Kalt. Der junge Mayschosser Severin Schopen bewies ein breites Repertoire und enorme Sicherheit und Ausdruckskraft an der Querflöte mit Interpretationen von Georg Friedrich Händels Sonate in a-moll bis zu Bryan Adams' „Christmas Time“. Für leise Momente, bei denen die rund 250 Zuhörer ganz genau hinhörten, sorgte auch Gesangssolistin Ute Schäfer etwa bei dem Lied „Durch die Finger rinnt die Zeit“ aus dem Musical „Mamma Mia“ und mit Franz Schuberts „Ave Maria“, bevor Schopen die gleichnamige Komposition von Bach/Gounod anstimmte.

Zuvor war Schäfer schon gemeinsam mit dem Frauenchor Sankt Katharinen aufgefallen. Neben unter anderem einer deutschen Version von Leonard Cohens „Hallelujah“ und einem mehrstimmigen, sehr bewegten südafrikanischen Lied, sangen die Frauen feierlich „Für alle Minsche he op de Welt“ nach den Paveiern. Sie waren nicht die einzigen, die hörbar machten, dass auch kölsche Klänge zu einem Weihnachtskonzert passen können: Der Männergesangverein aus Sankt Katharinen wartete unter anderem mit einem Spiritual, mit einem Robert-Stolz-Lied und mit „Unser Bäumche“ von den Bläck Fööss auf (Solisten: Alfons Hardt und Wilfried Hoss), wozu ein kleines „Bäumche“ durch die Kirche getragen wurde. Begleitet wurden die Chöre von Gerald Burberg am Klavier, und Annetraud Ley steuerte weihnachtliche Texte bei.

Der Kirchenchor „Cäcilia“ Mayschoß gab sich unter der Leitung von Eberhard Ley ehrfürchtig. „In das Warten dieser Welt“ und „Groß ist der Herr“ von Philipp Emmanuel Bach gehörten zu seinen Darbietungen. Am Konzertende wirkte er zudem bei einem besonderen Bonbon mit. Da erklang das Weihnachtslied schlechthin „Stille Nacht, heilige Nacht“ auf spezielle Art.

Die erste Strophe nur mit Gesang (Eberhard Ley und Leo Baltes) und Gitarre (Heinrich Schmitz) sollte nach Frings’ Angaben an die Uraufführung im Jahr 1818 erinnern. Die zweite Strophe bestritten Severin Schopen an der Flöte und Gesangssolistin Ute Schäfer und die weiteren Strophen die Chore nacheinander und schließlich vereint. Da war beste Vorweihnachtsstimmung garantiert. Der Konzerterlös soll der Pfarrgemeinde zugutekommen.