Kriminalität in Westum: Wachsame Nachbarn auch in Westum

Kriminalität in Westum : Wachsame Nachbarn auch in Westum

Polizei informiert im Sinziger Stadtteil die Bürger, wie sie sich besser vor Einbrechern schützen können.

Der Sinziger Ortsteil Westum gilt nun nicht gerade als Hort des Verbrechens und als Hochburg des Wohnungseinbruchs. Dennoch ist Wachsamkeit gefragt. Um dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger Rechnung zu tragen, hatte Westums künftiger Ortsvorsteher Mario Wettlaufer (FWG) zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, aus der eine Initiative gegen Einbrecher hervorgehen soll.

Wie bereits in manchen Orten der Grafschaft oder auch in Bad Bodendorf ist in Westum eine Vernetzung der Bürger denkbar, die mit erhöhter Aufmerksamkeit in einer gemeinsamen Aktion „Wachsamer Nachbar“ sogenannte „Spaziergänge“ – der Begriff Patrouille stößt bei den Initiatoren auf wenig Gegenliebe – durch die Straßen und Gassen unternehmen, um so eine abschreckende Wirkung auf Ganoven zu erzielen.

Die Zielsetzungen und Erfolge dieser Bürgerstreifen werden von der Polizei längst gelobt, wenngleich Innenminister Roger Lewentz (SPD) gerne betont, dass Polizeiarbeit nicht unbedingt von zum Selbstschutz neigenden Bürgern übernommen werden müsse.

Auffällige Autos mit fremden Kennzeichen, dubiose Gestalten oder durch Unachtsamkeit entstandene, unbeabsichtigte „Einladungen“ an Täter – wie offene Türen und Fenster – werden untereinander gemeldet. Auch trifft man sich, um regelmäßige Streifengänge zu organisieren. Elke Wolber, Gründerin der Bürgerhilfe in Esch und Initiatorin der Aktion „Wachsamer Nachbar“ auf der Grafschaft, ist sich im Einklang mit der örtlichen Polizei sicher, dass schon so mancher potenzielle Täter abgeschreckt worden ist.

Tatort Deutschland: Alle drei Minuten gibt es einen Einbruch im Land. In Rheinland-Pfalz registriert die Polizei rund 4100 Einbrüche im Jahr. „Die Zahl ist allerdings stark zurückgegangen“, berichtet Oberkommissar Dietrich Viebranz, der im Koblenzer Präsidium für Präventionsarbeit zuständig ist. In 45 Prozent aller Fälle seien Einfamilienhäuser von Einbrechern heimgesucht worden, 35 Prozent der Einbrüche entfielen auf Wohnungen. Dank stark verbesserter mechanischer und elektronischer Sicherheitstechnik sowie aufmerksamer gewordener Nachbarn bleibe es bei der Hälfte aller Einbruchsfälle beim Einbruchsversuch.

Glücklicherweise, denn die Aufklärungsquote beim Haus- oder Wohnungseinbruch ist gering und liegt bei nur 14,3 Prozent. Die Hälfte der Taten findet übrigens am hellichten Tage statt, der Freitag, Samstag und Sonntag sind bevorzugte Täterzeiten, berichtete Viebranz, der dazu riet, Fenster und Türen auf den Stand der modernen Sicherheitstechnik bringen zu lassen. Wertgegenstände von Bedeutung gehörten in ein Bankschließfach. Zudem sollte man Inventarlisten, tunlichst mit Belegen über alle im Haus deponierten, relevanten Wertgegenstände anfertigen, riet Viebranz.

Der künftige Ortsvorsteher will nun eine Whatsapp-Gruppe einrichten. Mario Wettlaufer: „Eine Vernetzung wird also umgesetzt werden, ob es dann auch eine Spaziergruppe geben wird, muss sich dann in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.“

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