Zusammen die Schulbank gedrückt: Von „Lampenlicht und Rampenfieber“

Zusammen die Schulbank gedrückt : Von „Lampenlicht und Rampenfieber“

Das waren noch Zeiten, als die prominenten Comedians Bastian Pastewka und Bernhard Hoecker gemeinsam aufs Clara-Schumann-Gymnasium gingen. Und irgendwann Ende der 1980er Jahre mit einer Arbeitsgemeinschaft, sprich AG, auf die Aulabühne drängten.

44 und 46 Jahre alt sind die beiden heute, einem bundesweiten Publikum in Kabarett, auf der Lesebühne und in zahlreichen Fernsehsendungen gut bekannt.

„Also ich hatte damals mit dem Jonglieren angefangen. In den Gängen, auf dem Schulhof: Immer habe ich geübt“, erinnert sich Hoecker an die Anfänge. Eine Schauspielgruppe der katholischen Gemeinde in Endenich hatte er auch besucht. Mit dem Freund Pastewka wollte Hoecker nun auch in der Schule auftreten: mit Sketchen, Tricks und Unterhaltung. Der heute ebenfalls bekannte Schauspieler und Komiker Keirut Wenzel kam dazu. Und so war die AG Lampenlicht und Rampenfieber geboren.

Aus Freude am Blödeln

„Die Schule hat das gefördert. Wir mussten halt jeden Haken, den wir in den Boden schrauben wollten, vom Hausmeister genehmigt bekommen.“ Hoecker lacht. Karten drucken, die Kasse prüfen, alles musste erledigt werden. „Aber wir hatten so viel Freude am Spielen, dass wir lieber fünf Aufführungen mit weniger Zuschauern als zwei ganz volle machten.“

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Der Applaus habe ihnen recht gegeben. „Wir waren für damalige Verhältnisse super erfolgreich mit unserem Programm.“ Dass die Schule selbst die Künste der AG Lampenlicht und Rampenfieber nicht ganz so hoch einschätzte, hätten sie erst irgendwann später kapiert: Als das Gymnasium nämlich die „großen Ereignisse“ der Schulgeschichte dokumentierte - und die angehenden Comedians an keiner Stelle erwähnt wurden. „Gelobt wurden die Theatergruppen mit Dürrenmatt-Stücken und so, aber wir waren keinen Satz wert.“ Es sei der Schule damals wohl nicht Kunst genug gewesen, ihr satirisches Programm.

Begabung für Schwachsinn erkannt

Bastian Pastewka beschreibt den Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit auf seiner Homepage folgendermaßen: Die drei Protagonisten Bernhard Hoecker, Bastian Pastewka und Keirut Wenzel hätten Ende der 1980er Jahre ihre Begabungen in den Disziplinen Theater, Musik, Jonglage und Schwachsinn erkannt. Flugs hätten sie dieses Wissen zu mehreren Produktionen gebündelt.

Und so seien sie im Köln-Bonner Raum bis Ende 1991 mit der Comedy-Reihe „Lampenlicht und Rampenfieber“ sowie mit der Jonglage-Show „The Uncatchables“ bekannt geworden. Ausschnitte daraus seien 1992 von RTL in der Filmdosenshow aufgezeichnet worden. Und dann hätten sie sich „Comedy Crocodiles“ genannt und eine schrille, laute und abgrundtief witzige Comedy-Show geliefert, die für einige Jahre auf deutschen Kleinkunstbühnen spielte.

Schöne Erinnerungen an die Schule

„Ach, ich erinnere mich eigentlich nur an schöne Sachen auf dem Clara-Schumann-Gymnasium“, sagt Bernhard Hoecker, der heute noch in Bonn lebt. Sein Problem seien die Fremdsprachen gewesen. „Der Rest war okay. Ich würde eigentlich jeder Zeit wieder auf diese Schule gehen.“

Wobei in der heutigen Zeit Eltern ja mit ihren Kindern erst zu zahlreichen Tagen der offenen Tür und Schnupperstunden gingen, bevor sie sich für eine Schule entschieden. „Also ich bin damals mit meinen sieben Freunden von der Grundschule automatisch in dieses Gymnasium gewechselt. So einfach war das.“

Pastewka bekannte kürzlich im GA-Interview, er sei eigentlich kein besonders guter Schüler gewesen, was sich 1991 im Abiturzeugnis bemerkbar gemacht habe. „Aber: Meine Stufe war toll. Ich habe viel gelernt fürs Leben.“ Und dann berichtete er, dass er dieses Jahr sein 25-jähriges Abitur gefeiert habe: mit einer richtigen Jubiläumsfeier. „Man verwandelt sich dabei ja automatisch in den 18-Jährigen, der man damals war, als man sich voneinander verabschiedet hat. Ganz schön albern.“ (ham)

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