Baumaßnahme in Sinzig: Stadt wusste nichts von Freigabe des neuen Kreisels

Baumaßnahme in Sinzig : Stadt wusste nichts von Freigabe des neuen Kreisels

Völlig überrascht wurden die Stadtvertreter im Sinziger Rathaus von der Eröffnung eines neuen Kreisverkehrs. Ohne dass die Stadt Kenntnis davon hatte, wurde der Kreisel an der B9 und der L82 nach seiner Fertigstellung für den Verkehr freigegeben.

Die Überraschung ist gelungen: Ohne jede Vorankündigung wurde der vom Landesbetrieb Mobilität gebaute Kreisel im Herzen der Stadt Sinzig für den Verkehr freigegeben. Plötzlich rollte dort der Verkehr – die Stadt wusste allerdings nichts davon, obwohl sie – wenn auch in kleinem Maße – an der Baumaßnahme finanziell beteiligt ist. Im Stadtrat war man nur wenig amüsiert. Ratsmitglied Friedhelm Münch (FWG) an den Landesbetrieb adressiert: "So geht man nicht miteinander um.“

Ein halbes Jahr lang herrschte in Sinzig wegen der Baustelle Ausnahmezustand. Schließlich gilt der Kreuzungsbereich an der B9 und der L82, der Koblenzer Straße und der Lindenstraße als stark frequentierter Verkehrsknotenpunkt, der für die langwierigen Bauarbeiten stillgelegt war und einen in der gesamten Stadt spürbaren Verdrängungs- und Ausweichverkehr verursachte. Lange Staus auf der Kölner Straße waren die Folge.

In sozialen Medien flimmerten dann am Dienstag die ersten Bildchen von im neuen Kreisverkehr fahrenden Autos. Sinzigs Bürgermeister Andreas Geron staunte: „Ich kam gerade von einer auswärtigen Besprechung, als ich davon erfuhr.“

Mit dem Landesbetrieb sei abgesprochen gewesen, dass die Stadt vor der Freigabe informiert würde. Das sei leider nicht geschehen. Bereits am Mittwoch hatte die Stadtverwaltung auf Anfrage des General-Anzeigers erklärt: „Wir wussten von nichts.“ Münch forderte Geron nun auf, dem Landesbetrieb einen geharnischten Brief zu schreiben.

Einer GA-Bitte um Stellungnahme kam der Landesbetrieb bislang nicht nach. Die Anfrage blieb unbeantwortet.

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