VdK-Ortsverband Altenahr: Sorgen um ärztliche Versorgung auf dem Land

VdK-Ortsverband Altenahr : Sorgen um ärztliche Versorgung auf dem Land

Der VdK in Altenahr macht sich Sorgen um die ärztliche Versorgung auf dem Land. Der Sozialverband fordert Lösungen und verweist auf Beispiele in anderen Ländern.

Über ein erfolgreiches Jahr 2018 berichtete der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Altenahr, Hans Schäfer, bei der Mitgliederversammlung. Zwar hat der Sozialverband in dem Zeitraum 14 Mitglieder durch Austritt verloren, vier Mitglieder sind verzogen und 15 verstorben. Andererseits sind ebenso viele dazu gekommen, so dass die Mitgliederzahl mit 350 konstant bleibt.

Als Motivation für die Neuen nannte der Vorsitzende die oft schwierige soziale Lage, die vielen Menschen zu schaffen mache. Hier helfe der Verband bei der Durchsetzung berechtigter Forderungen. Wenn dieses Ziel erreicht sei, sei es leider nicht selbstverständlich, dass die Betroffenen dem Verband die Treue hielten, bedauerte Schäfer. Darum sei es ein besonderes Anliegen, langjährige Mitglieder zu ehren und ihnen für die Treue zu danken, führte der Vorsitzende aus. 17 Mitglieder standen diesmal auf der Jubilar-Liste. Nicht alle konnten an der Versammlung teilnehmen. Mit Urkunde und Anstecknadel ausgezeichnet wurden für zehn Jahre Treue Dorothe Langer, Ursula Zimmermann und Josef Zimmer. Seit 20 Jahren dabei sind Hans Schäfer und Johanna Greuel. Mit 30 Jahren Zugehörigkeit steht Rosemarie Reinhardt-Klier an der Spitze.

Als Gastredner sprach der Kreisvorsitzende Heinz-Wilhelm Schaumann über „Perspektiven der gesundheitlichen Versorgung im ländlichen Raum“. Schaumann wies auf die Problematik hin, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre mehr als die Hälfte aller niedergelassenen Allgemeinmediziner in den Ruhestand gingen. Angesichts des Mediziner-Nachwuchses sei abzusehen, dass es zu einer hausärztlichen Unterversorgung kommen werde. Der VdK sehe diese Entwicklung mit Sorge und appelliere an die Verantwortlichen, sich schnellstmöglich mit dem Thema zu befassen, damit Menschen auf dem Lande, vor allem Senioren, in einigen Jahren versorgt würden. Oft mangele es für die Fahrt zum Arzt in die Stadt schon jetzt an einem tauglichen ÖPNV-Netz. Außerdem könnten Ärzte in die Lage kommen, wegen Überbelastung Patienten abzuweisen. Schaumann mahnte flexiblere Zugangsmöglichkeiten zum Medizinstudium und Anreize für die Arbeit auf dem Lande an.

Er verwies auf Lösungen in anderen europäischen Ländern, wo Ärzte grundsätzlich in Ambulanzen angestellt seien und die dezentrale Versorgung kommunal organisiert sei. Allerdings räumte er ein, dass die Gesundheitssysteme dort anders seien.

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