Gut besuchte Stände: So war der 19. Martinsmarkt in Dernau

Gut besuchte Stände : So war der 19. Martinsmarkt in Dernau

Scharenweise Besucher genossen begeistert den 19. „Markt der regionalen Genüsse“. Abends setzte sich der Martinszug in Bewegung, die Vertreter der fünf Ortsteile entzündeten ihre Feuer.

In improvisierten Straßencafés drängten sich Festbesucher. Winzerhöfe, die für zwei Tage zu Restaurants umfunktioniert worden waren, lockten mit bequemen Plätzen auf Stroh zu einer Rast bei Döppekoche und Erbsensuppe. „Wildschweinbratwurst mit Wein ist echt lecker“, schwärmte ein Paar, das es sich auf einer der Bierbänke am Straßenrand gemütlich gemacht hatte. Am Wochenende war Martinsmarkt in Dernau. Besucher waren aus allen Richtungen herbeigeströmt, und Sankt Martin ritt zwar nicht durch Schnee, aber durch Wind. Der wehte an den Tagen kräftig, aber frühlingshaft mild, durch Straßen und Wingerte.

Es war der 19. Martinsmarkt in Dernau, wie die Initiatorinnen vom Verkehrsverein, Ingrid Näkel-Surges und Elke Surges, bei der offiziellen Markteröffnung feststellten. Wer die Veranstaltung von Beginn an kennt, weiß, was sich alles verändert hat. Die Zahl der Stände ist deutlich größer geworden. Außer im Ortskern können die Besucher in den Straßen drum herum stöbern.

Alle Hände voll zu tun

Das Warenangebot von altbekannten und auch neuen Anbietern war groß und vielfältig. Es gab textile Deko-Artikel fürs Haus, Vogel-Futterhäuschen für draußen, Süßes für Naschkatzen, „Lieblingsburger“ für jüngeres Publikum und Wildgerichte für Liebhaber der regionalen Küche.

Ein Besenbinder zeigte sich bei der Arbeit, filigrane Windspiele lockten zu einem kurzen Video, ein Kinderkarussell lud zum Mitfahren ein. Honig, Lebkuchenherzen, Lederwaren, Marmeladen, Küchenkräuter und Tees waren im Angebot. Wer weiter spazierte, den zogen vielleicht die kuscheligen Schafsfelle an. An Wollsocken und Mützen zeigten die Besucher zunächst wenig Interesse. Ein Grafschafter Landwirt hatte Äpfel, Birnen, Kartoffeln und Kürbisse dabei. Hundebesitzer mögen sich über Leckerchen für ihre vierbeinigen Freunde gefreut haben. Nebenan machte Andi von der Ahr Musik mit seinem Leierkasten.

„Guck dir die Farben an“, schwärmte eine Besucherin beim Blick in die steilen Weinberge mit Laub in allen Schattierungen von gelb über grün und orange bis hin zu dunkelrot. Gut gingen herbstliche Kränze und Gestecke sowie Schneemänner aus Stroh.

Alle Hände voll zu tun mit Bedienung und Abwasch hatten die Messdiener aus der gesamten Pfarreiengemeinschaft Altenahr in ihrem Café im alten Pfarrhaus. Begleitet von den Gemeindereferentinnen Martina Gilles und Manuela Kremer-Breuer verkauften sie etwa 50 Kuchen und Torten. Der Erlös ist für gemeinsame Aktivitäten bestimmt. Interesse gab’s auch an der Ausstellung der Modelleisenbahnfreunde Bad Neuenahr-Ahrweiler und ihrer großen Anlage mit Sankt Peter in Walporzheim, der Klosterruine Marienthal, einem Ahrweiler Stadttor und vielem Bekannten.

Imposante Feuer entfacht

Ein Anziehungspunkt war die Kunst-Ausstellung der Akademie Altenahr, die ihr Atelier an der Kirche geöffnet hatte und mit Stolz auf ihre besondere Auszeichnung aus dem Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hinwies. Wie Vorsitzender Wolfram Frings berichtete, will die vor ein paar Jahren von Altenahr nach Dernau übergesiedelte Kunstakademie nun auch ihren Namen anpassen in „Kunst & Kultur Dernau e.V.“. Die Mitgliederversammlung müsse das noch beschließen, sagte Frings.

Während die Besucher den Dernauer Markt auf sich wirken ließen, gingen in den Wingerten erste Raketen los, als scharrten die Mitglieder der fünf Ortsteile schon mit den Füßen, um ihre imposanten Feuer anzufachen. Immer mehr Besucher strömten ins Dorf. Und als schließlich Friedhelm Hess als Sankt Martin hoch zu Ross den bunten Fackelzug für Groß und Klein anführte, loderte das erste der fünf Feuer auf und ließ seine Funken in den dunklen Himmel stieben.

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