Schöne Worte nützen nichts

Schöne Worte nützen nichts

Zum Bericht "Rocker lebten von Drogenhandel" vom 25. Januar.

Wir lernen: Bei den bisherigen Sicherheitsgesprächen waren die Aktivitäten der bisherigen Terrorgruppe kein Thema. Denn diese Gespräche folgten wahrscheinlich einer seit Jahren in die Mode gekommenen Methode: Als Ergebnis wird Harmonie demonstriert, vorwiegend mit einem sympathischen Bild freundlicher Teilnehmer. Nüchterne Lagebeschreibungen, Problemlösungsvorschläge oder handfeste Beschlüsse werden übersprungen.

Diese Methode erfreut sich deshalb so großer Beliebtheit, weil dafür nur der Teil des Hirns benötigt wird; und zwar der, der für Intuition, Absichten, Eindrücke und Gefühle zuständig ist. Er braucht nicht viel Energie und Wissen. Derjenige Hirnbereich dagegen, der Vernunft, Selbstkontrolle, Intelligenz beherbergt, ist träge - weil aufwendig - und mit hohem Energieverbrauch belastet. Und wird daher nicht so gern benutzt!

Wie jedes Ding auf dieser Welt hat diese Methode jedoch auch mindestens zwei Seiten: Der Nachteil ist, dass viele verdrängte Probleme allmählich immer größer werden, wie hier offensichtlich geschehen.

So bestätigt sich ein weiteres altes Sprichwort: Schöne Worte sind selten wahr, wahre Worte sind selten schön! Ein Schelm ist, wer bei der Betrachtung dieser Methode an Kriminalitätsbekämpfung in Meckenheim denken sollte. Er sollte auch an die Energiewende, den Berliner Großflughafen, die Elbphilharmonie oder die Elektromobilität denken.

Volker Wenthe, Meckenheim

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