Mahnmahl: Sanierung in Vischel ist abgeschlossen

Mahnmahl : Sanierung in Vischel ist abgeschlossen

Brauchtumspflege und Frieden waren Themen bei der Einsegnung des abschließend sanierten Mahnmals für die Gefallenen der beiden Weltkriege in Vischel. Nach einer Sternprozession der Menschen aus den Orten der Gemeinde Berg zu ihrer alten Pfarrkirche und einem Hochamt dort beteiligten sich viele an dem offiziellen Akt.

Damit ist die im Jahre 2007 begonnene Sanierung des 1924 errichteten Denkmals abgeschlossen. Dafür eingesetzt hatten sich unter Regie des Dorfvereins Berg zahlreiche Vereine und Einzelspender.

Für die Dorfgemeinschaft Berg erinnerte Helmut Kündgen an die Schritte der Instandsetzung des Denkmals, die eigentlich mit der Sanierung der Tafeln mit den Namen der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg und durch Hinzufügen von Tafeln mit den Namen der Gefallenen aus dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen sein sollte.

Von der Baron von Holzschuher'schen Forstverwaltung Vischel sei aber der Denkanstoß gekommen, dass die beiden Soldatenfiguren auf den Flügeln des Denkmals, deren Köpfe verschollen waren, der ehrwürdigen Stätte nicht gerecht würden. Gleichzeitig hatte die Forstverwaltung Beteiligung an den Kosten für die Sanierung zugesagt.

So schuf die Künstlerin Marlyse Permantier aus Berg neue Köpfe mit eindrucksvollen Gesichtern, aber es stellte sich heraus, dass auch die Soldatenfiguren marode waren und erneuert werden mussten. So hieß es für den Dorfverein, weitere Spenden zusammenzubringen.

Bei der Einsegnung führte der Kreisbeigeordnete Fritz Langenhorst die "trügerische Sicherheit" unseres Lebens an. Das Mahnmal solle die Erinnerung an die Schrecken der Kriege am Leben halten. In einer schnelllebigen Gesellschaft werde Pflege von Tradition und damit das ehrenamtliche Engagement immer wichtiger.

Der Kreis habe sich mit insgesamt 6 000 Euro an der Sanierung des Denkmals beteiligt. Pfarrer Axel Spiller verglich die im Laufe von Jahrzehnten verwitterten Steine mit der verblassenden Erinnerung an die Schrecken der Kriege.

Es sei gut gewesen, bei der Sanierung des Denkmals zunächst die Namen der Gefallenen ins Bewusstsein zu rücken. Aber es blieben die beiden Soldaten, deren Köpfe verloren waren.

"Wo das Leid kein Gesicht mehr hat, werden wir uns vielleicht nicht mehr berühren lassen", interpretierte der Pfarrer und folgerte: "Darum ist es gut, dass jetzt wieder Gesichter da sind. Wir wissen, der Krieg hat ein Gesicht." Dass Frieden werde, hänge von den Menschen ab, Gott wolle Frieden und nicht den Untergang.

Helmut Kündgen nannte die Spender bei der Erneuerung der Figuren: Die Forstverwaltung hatte sich mit 5 500 Euro beteiligt, der Kreis mit 2 935 Euro, Raiffeisenbank Rheinbach und Kreissparkasse Ahrweiler mit je 500 Euro. Applaus gab's für die Junggesellen, die 1 000 Euro zusammengebracht hatten.

Dazu kamen viele große und kleine Zuwendungen von Dorfbewohnern. Andreas Frings hatte die Baggerarbeiten kostenlos durchgeführt. Die Firma Samulewitz aus Rheinbach hatte die Bildhauerarbeiten zum Selbstkostenpreis übernommen.