Ratssitzung in Sinzig: Rat bevorzugt die teuerste Lösung für die Kitas

Ratssitzung in Sinzig : Rat bevorzugt die teuerste Lösung für die Kitas

In Sinzig sollen zwei Kindergärten gebaut werden. Sinzigs Kommunalpolitiker erkundeten vor der Ratssitzung den Stadtwald. Endgültig auf den Weg gebracht wurde schließlich das neue Feuerwehrhaus an der Kölner Straße, das mehr als 4,2 Millionen Euro kosten und damit weit über den Richtwerten des Landes liegen wird.

Der Raupe wegen muss man den Baum nicht gleich umlegen, heißt es. Wegen des Borkenkäfers schon. So auch im Sinziger Stadtwald. Betroffen sind allerdings einige Fichten, die ohnehin entfernt werden müssen, um einen Schutzstreifen entlang der Strommasten im Bereich des Mühlenbergs zu schaffen. Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses, des Umwelt- und Grünflächenausschusses sowie Vertreter des Stadtrates machten sich nun im Wald sachkundig.

Es geht um punktuelle Entnahmen von Fichten und Kiefern entlang einer Westnetz-Trasse sowie um einige verkehrsgefährdende Bäume, erklärte Stadtförster Stephan Braun den Kommunalpolitikern und zeigte auf ohnehin längst in Mitleidenschaft gezogene Bäume, deren forstwirtschaftlicher Wert eher bedeutungslos ist. Nach den Vorstellungen des Stromnetzbetreibers Westnetz sollten ursprünglich jedoch weit mehr Bäume der Säge zum Opfer fallen. Nach Verhandlungen mit der Stadtverwaltung beließ man es bei den Fichten und Kiefern, die im Falle eines Sturms entwurzelt und wegen ihrer unmittelbaren Nähe zur Trasse auf die Stromleitungen fallen könnten. 4250 Euro bekommt die Stadt hierfür an Entschädigung bezahlt.

Das Geld fließt in den Forstetat, der wegen der günstigen Energiekosten und des damit verbundenen Verfalls der Brennholzpreise trotzdem im nächsten Jahr voraussichtlich mit einem Plus von knapp 16 000 Euro abschließen wird. So jedenfalls sieht es in der Prognose der Forstwirtschaftsplan vor, der von den Fachausschüssen einstimmig empfohlen und im Anschluss vom Rat ebenso einstimmig beschlossen wurde.

Fest steht nun auch, dass die Stadt Sinzig den Bedarf an Betreuungsplätzen für Kindergartenkinder nun dezentral decken möchte. So sollen in Koisdorf sowie im Osten Sinzigs („Privatstraße“) zwei neue Kindergärten entstehen. Angedacht war zuvor der Bau eines zentral in der Kernstadt gelegenen großen Kindergartens. Mit Ausnahme der Grünen sprachen sich alle Fraktionen für die Verteilung der Kindergärten auf das Stadtgebiet aus, zumal es im innerstädtischen Bereich bereits Kindergärten gibt.

„Das ist die teuerste Lösung“, ärgerten sich die Grünen, die auch auf den inzwischen äußerst problematischen Fachkräftemangel in der Erzieherbranche aufmerksam machten. Bei einem großen Kindergarten könnten viel eher Synergien und Räume flexibel genutzt werden. Personelle Engpässe könnten leichter überbrückt werden. Nicht nur der Bau von zwei kleineren Kindergärten sei teurer als der Bau einer großen Kita, auch der Betrieb von zwei Einrichtungen sei sehr viel kostenintensiver. Dem folgte der Stadtrat nicht.

Endgültig auf den Weg gebracht wurde schließlich das neue Feuerwehrhaus an der Kölner Straße, das mehr als 4,2 Millionen Euro kosten und damit weit über den Richtwerten des Landes liegen wird. Bereits eingereichte Änderungswünsche der an der Planung beteiligten Wehrleute soll der Architekt nun in seinem Planentwurf mit einarbeiten.

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