Nachfolger von Klöckner: Neuer Ritter der Bad Breisiger Tafelrunde

Nachfolger von Klöckner : Neuer Ritter der Bad Breisiger Tafelrunde

Christian Zock ist neuer Ritter der Kulinarischen Tafelrunde in Bad Breisig. Er trat die Nachfolge von Julia Klöckner an.

Es sey die lebensweis' eynes jeckligen ritters ohntadelig, nit kläglich und erbärmlich, aber vürnehm und rechtschaffen, dergestalt er sich an jedwedem feinen tische könnt' sehen lassen.....“ Die Bad Breisiger „Culinarische Tafelrunde“ hat einen neuen Ritter: Christian Zock, Geschäftsführer der Domizil GmbH, einer über mehrere Häuser in der Quellenstadt verteilten Einrichtung, in der Menschen mit seelischen oder physischen Beeinträchtigungen betreut und gepflegt werden, ist neuer Ordenträger.

Bad Breisigs Brunnenkönigin Elena I. schlug dem Kaufmann mit einem großen Kochlöffel dreimal dezent auf die Schulter, womit Zock zum neuen Edelmann und offiziellen Botschafter der Kulinarik avancierte.

Strahlend nahm der frisch gebackene Ordensritter Urkunde und Kette in Empfang, die ihm Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner überreichte. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende gehört ebenso der Bad Breisiger Tafelrunde an wie Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Klöckner war mit ihrem Ehemann an Bord der MS Vallendar gekommen, auf der die Zeremonie seit vier Jahren im Sommer stattfindet. Begleitet von zwei Bodygards und die Wasserschutzpolizei im Schlepptau, konnte den ohne Lanze und Schwert an Bord erschienenen Rittern auf ihrer Fahrt in Richtung Bonn trotz Querung der Landesgrenze natürlich nichts Ungenehmes passieren. Angenehmes hingegen schon: Schließlich wartete ja ein Vier-Gang-Menü auf die Gäste, die zuvor von Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch und dem Kreisbeigeordneten Horst Gies begrüßt worden waren.

Délice von Büntnerfleisch, Röllchen von der geräucherten Wachtelbrust, souffliertes Zanderfilet, badischer Edelsäcker vom Kalbsrücken und Elsässer Schoko-Guglhupf bekommt auch ein edler Rittersmann nicht allzu oft kredenzt. Die vielen anwesenden Knechte und Mägde erst recht nicht. Die Schlemmerfahrt auf dem Rhein bildet alljährlich den Höhepunkt der Bad Breisiger kulinarischen Woche, die einmal mehr deutlich machte: Heimat kann man schmecken. „Neben den Römer-Thermen ist unsere kulinarische Woche ein besonderes Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt“, sagte die Stadtbürgermeisterin, die das Engagement der Bad Breisiger Spitzengastronomen lobte.

Nach dem Motto „Ein gelungener Braten gehört zu den guten Taten“ wurde an Bord auch noch für einen guten Zweck gesammelt. Die krebskranken Kindern zugute kommende „Tour der Hoffnung“ war Nutznießer der Aktion.

Nur wenige Stadtvertreterwaren an Bord gekommen

Neu-Ritter Zock vernahm dies alles mit Wohlwollen. Das dürfte weniger beim servierten Zander oder der aufgetragenen Lachsforelle der Fall gewesen sein: „Ich mag Fisch nicht so gerne“, gestand der gelernte Koch, der den Schmaus jedoch mit Fassung trug. Schließlich gehört zu den Ritterregeln: „So eyner den guten gaben nit weydlich zuspricht, ergo muffig fratzen schneydet, derselbige soll auf eyner kuhhaut aus dem saale geschleyfet werden.“

Nach dem Rittermahl gab es noch viel Musik an Bord des Schiffes, und ein Zauberer zauberte an den Tischen Löcher in Geldscheine, die sich von Geisterhand wieder schlossen und unversehrt ihrem Eigner zurückgegeben werden konnten.

Etwas bedauerlich: Sieht man von Stadtbürgermeisterin Hermann-Lersch einmal ab, so waren es lediglich zwei Vertreter aus Rat und Verwaltung, die den Weg zu dieser für die Außenwerbung der Stadt so wichtigen Veranstaltung gefunden hatten.

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