Digitalisierung: Nachholbedarf bei der Internetversorgung im Ahrkreis

Digitalisierung : Nachholbedarf bei der Internetversorgung im Ahrkreis

Die Internetversorgung im Kreis Ahrweiler ist laut Kreis- und Umweltausschuss zufriedenstellend. Allerdings gibt noch viel Nachholbedarf. Bis Ende des Jahres soll nachgebessert werden.

Die FDP wollte es vom Landrat genauer wissen: Wo steht der Kreis Ahrweiler bei der Digitalisierung, wie ist der Stand der Internetversorgung im Kreisgebiet? Im Kreis- und Umweltausschuss gab es nun die Antwort: Die Breitbandversorgung mit mehr als 50 MBit pro Sekunde lag Ende 2018 bei 73,4 Prozent, die Versorgung mit mehr als 200 MBit bei 51,2 Prozent. Wenngleich dies auch zufriedenstellende Werte sind, so besteht aufgrund der immer größer werdenden Datenmengen Nachholbedarf. Insbesondere in der Verbandsgemeinde Altenahr, wo es zum Teil erhebliche Unterversorgungen gibt. Bis Ende des Jahres will man dort nachgebessert haben.

„Da nicht alle Telekommunikationsunternehmen ihr Angebot melden, ist die Breitbandversorgung mit großer Wahrscheinlichkeit noch besser als in der Erhebung des Landes aufgeführt“,meinte Kreiswirtschaftsförderer Tino Hackenbruch. Aktuell ist die Breitbandversorgung Aufgabe der Kommunen. Die Kreiswirtschaftsförderung hat lediglich eine koordinierende Funktion.

Er wies auf die Entwicklung des Datenvolumens im stationären Breitband-Internetverkehr im Festnetz hin. So habe sich der Bedarf alleine in den vergangenen vier Jahren vervielfacht. Immer höhere Datenmengen müssen durch die Leitungen gejagt werden. War noch im Jahr 2007 eine Versorgung mit mindestens zwei MBit pro Sekunde ausreichend, so entlocken dem Wirtschaftsförderer solche Werte heute nur ein müdes Lächeln. Selbst 50 MBit gelten in Zeiten des dramatisch zunehmenden Bedarfs als bescheiden. Erst recht dann, wenn es tatsächlich irgendwann selbstfahrende Autos geben sollte, oder immer mehr Industrieprozesse digitalisiert werden, die gigantische Datenmengen absaugen.

"Gigabit-Strategie"

Nicht umsonst gibt es eine vom Land Rheinland-Pfalz ausgegebene neue „Gigabit-Strategie“, in der für Landkreise und kreisfreie Städte von satten 1000 MBit pro Sekunde gesprochen wird.

Auf gutem Weg sind die 13 Kreisschulen, die mit derzeit insgesamt 1700 Endgeräten wie PCs und Tablets ausgestattet sind. Bei einer Gesamtzahl von 7952 Schülern teilen sich rein rechnerisch 4,6 Schüler ein Gerät. Zum Vergleich: Deutschlandweit sind es laut dem Bildungsmonitor 2019 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft 11,5 Schüler, die gemeinsam ein Gerät nutzen müssen. Eine Million Euro hat der Kreis als Schulträger seit 2015 in die Ausstattung mit Geräten investiert, weitere 450 000 Euro flossen seitdem in die Anschaffung von interaktiven Tafeln, sogenannten Smartboards.

Um das Angebot weiter zu verbessern, will der Kreis im Herbst außerdem Gelder aus dem Digitalpakt der Bundesregierung beantragen. Für Rheinland-Pfalz wird mit 240 Millionen Euro gerechnet. Mehr als sechs Millionen sollen hiervon in den Kreis Ahrweiler fließen.

Online-Services

Aber auch die Kreisverwaltung selbst stellt sich auf eine verstärkte Digitalisierung ein, unterstrich Landrat Jürgen Pföhler in der jüngsten Sitzung des Kreis- und Umweltausschusses. Viele Services können die Bürger schon jetzt online nutzen, darunter etwa die Vereinsdatenbank, die Online-Services des Abfallwirtschaftsbetriebes und das Kita-Portal Ahrlini. Weitere Angebote würden folgen.

Die Kreisverwaltung bereitet sich damit auf das Online-Zugangsgesetz vor, nachdem Verwaltungen ab dem Jahr 2022 verpflichtet sind, Verwaltungsleistungen auch online zur Verfügung zu stellen. Um auch Arbeitsabläufe innerhalb der Verwaltung zu optimieren, hat die Kreisverwaltung Ende 2018 das Dokumentenmanagementsystem „2Charta“ eingeführt. „Nach und nach werden alle Abteilungen daran angeschlossen“, hieß es aus dem Kreishaus. So können Mitarbeiter zum Beispiel im Baugenehmigungsmanagement, in der Personalverwaltung und bei digitalen Rechnungen mit elektronischen Akten arbeiten.

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