St.-Elisabeth-Kirche: Nach dem Vorbild der Heiligen

St.-Elisabeth-Kirche : Nach dem Vorbild der Heiligen

Wie ein Denkmal erhebt sich die St.-Elisabeth-Kirche mit ihrem imposanten Turm inmitten der Südstadt.

Das Ideal einer rheinischen Kirche der Spätromanik, sehr abwechslungsreich dekoriert mit Friesen und Gesimsen, die sich in hellbraunem Stein vom weißen Putz abheben, bietet von allen Seiten einen malerischen Anblick. Und dann das Innere: Der Raum von eindrucksvoller Größe ist harmonisch gegliedert und kostbar ausgestattet, und die Orgel von Johannes Klais ist ein Zeugnis der spätromantischen Orgelbaukunst.

Schätze bewahren

„Das Gebäude verpflichtet, man muss diese Schätze bewahren“, sagt Konstanze Nolte. Sie gehört zu den engagierten Christen von St. Elisabeth, leitet die Bücherei im Pfarrheim neben der Kirche und ist seit Jahren Mitglied im Pfarrausschuss, der sich um das Leben der 2800 Gemeindemitglieder zwischen Argelanderstraße, Bonner Talweg, Schumann- und Reuterstraße kümmert.

Liturgie und Kirchenmusik sind hier wichtige Schwerpunkte. Chorleiter und Organist Winfried Krane gelingt es mit Elisabeth-Chor, Schola, Kinder- und Jugendchor, dass an jedem Wochenende etwas Musikalisches geboten wird - das ist wohl einmalig in Bonn.

Die Pfarrei St. Elisabeth bildet mit St. Winfried im ehemaligen Regierungsviertel, St. Nikolaus in Kessenich und St. Quirin in Dottendorf eine Pfarreiengemeinschaft mit gemeinsamem Seelsorgeteam. Dem leitenden Pfarrer, Salesianerpater Jacek Styrczula, stehen der nigerianische Doktorand Emmanuel Njoku als Kaplan und die Gemeindereferentinnen Helga Bleser und Martina Kampers zur Seite.

Trotzdem mussten in den vergangenen Jahren Messen wegfallen, etwa am Freitagabend, doch sorgen theologisch gebildete Pfarrangehörige dafür, dass es hier um 18.30 Uhr eine Vesper oder einen Wortgottesdienst gibt.

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Die Kirche ist der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht, und die Gemeinde fühlt sich dem Vorbild der mildtätigen Heiligen verpflichtet. Ihr zu Ehren wird immer im November das Elisabethfest mit besonderen Gottesdiensten, Vorträgen und Ausstellungen gefeiert.

Es gibt aber auch ein starkes caritatives Engagement. So hat die Gemeinde die Betreuung der 100 Flüchtlinge, die im Pfarrgebiet leben, in die Hand genommen. Jeden Tag besuchen 60 Personen Deutschkurse im Pfarrheim, 140 Helfer wurden geschult. Ab November wird es auch ein Kontaktcafé geben.

Nigerianische Schwestern bereichern das Gemeindeleben

Einmal im Jahr ist die Elisabeth-Kirche voll und ganz gefüllt: in der Christmette. Ansonsten ist die Bücherei ein beliebter Treffpunkt. Nach der Sonntagsmesse kann man hier bei einem Kaffee ins Gespräch kommen.

Als Bereicherung werden die jungen nigerianischen Schwestern vom Orden „Töchter der göttlichen Liebe“ empfunden, die ins Pfarrhaus eingezogen sind und immer eine offene Tür für die Gemeindemitglieder haben. Konstanze Nolte: „Ihre Fröhlichkeit steckt einfach an.“ (ldb)

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