Projekt "Museum macht stark": Jugendliche erleben Kultur und finden Freunde

Projekt "Museum macht stark" : Jugendliche erleben Kultur und finden Freunde

Das vom Denkmalverein Sinzig initiierte Projekt „Museum macht stark“ war erfolgreich: Nur strahlende Gesichter gab es beim Abschluss im Sinziger Schloss.

An den Stellwänden mit Fotos und bunten Zetteln liest man: „Wir haben eine Fliese gepuzzelt, waren in Bonn bei den großen Tieren, Museum König; wir sind mit der Gondel über den Rhein gefahren, waren in der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz.“ So berichten 12- bis 16-Jährige zumeist aus Flüchtlingsfamilien, die teils erst einige Monate bis zwei Jahre in Deutschland leben, in einer Mini-Ausstellung von ihrem Erleben im Projekt „Museum macht stark“. Auf dem Tisch stehen Zeichnungen nach Werken im Sinziger Museum und dazwischen das selbst gefertigte Modell des Sinziger Fachwerkhauses Tuchergasse 14 als Zeichen regionaler Baukultur. Außerdem haben sie bei wöchentlichen Treffs das Museum kennengelernt, fotografiert, übersetzt und Videos gedreht.

Seit Anfang März nahmen Jugendliche aus acht Nationen an dem vom Bundesbildungsministerium finanzierten Projekt teil. Das Ziel: kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe, vermittelt über Museumskenntnis. Durchgeführt wurde es vom Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums mit dem Heimatmuseum, dem Haus der offenen Tür (HoT) und der Barbarossaschule.

Nur strahlende Gesichter gab es beim Abschluss im Schloss. Initiator und Projektleiter Hardy Rehmann, Vorsitzender des Denkmalvereins, dankte Konrektorin Uta Erlekampf, der begleitenden Lehrerin Johanna Kretschmer, Hot-Leiterin Petra Klein, Sozialarbeiterin Annette Hoffmann und Fereshta Ahmed sowie Angelika Schneider und Pädagogin Uschi Röcke vom Denkmalverein. „Dass wir mit dem Konzept überzeugen konnten und gleich beim ersten Antrag Mittel erhalten haben, ist für uns ein großer Erfolg“, sagte Rehmann, nannte es aber auch eine Herausforderung, da die Erfahrung für ein über vier Monate geführtes Projekt mit Jugendlichen bislang fehlte. Intensive Kooperationen mit Schulen hatte es gleichwohl in der Vergangenheit oft gegeben, wie die vom Projekt begeisterte Museumsleiterin Agnes Menacher rückblickend aufzeigte. Sie kündigte an, die Ausstellung werde noch einige Zeit zu sehen sein.

Bürgermeister Andreas Geron freute sich „über die Menschen aus vielen Nationen, die hier kreativ waren“. Er brachte ein Hoch aus „auf die Stadt, die einen so tollen Denkmalverein hat“. Großartig finde er, „wenn die Region, der Ahrkreis, als neue Heimat verstanden“ werde. Diesen Prozess hat das Projekt offenbar entschieden befördert. Denn fröhlich und auch stolz führten die jungen Projektler Eltern, Geschwister und Gäste durch das Museum und schauten mit ihnen an mehreren Bildschirmen die Videos. Die Mädchen Purida und Shadia lassen sich darin etwa von Schlossherrn Gustav Bunge, alias Bernd Linnarz, erzählen oder von der wirklichen Nachfahrin der Schlossbewohner, Adelheid Schröder. Beim Kuchenschmaus auf der Schlossterrasse hatten Mädchen, Jungen und Angehörige, die das Museum nicht kannten, Gelegenheit noch ein genussreiches i-Tüpfelchen auf die Projekterfahrungen zu setzen und Freundschaften zu stärken. Dass die entstanden sind, zählt für Hardy Rehmann „zu den schönsten Ergebnissen“ des Projektes.

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