Maßgefertigte Möbel: Für jede Ecke den perfekten Schrank

Maßgefertigte Möbel : Für jede Ecke den perfekten Schrank

Rheinbacher Maßmöbelhersteller deinschrank.de verdreifacht in diesem Jahr seine Kapazität.

Die erfolglose Suche nach einem passenden Schrank für seine verwinkelte Studentenwohnung brachte Frank Budde auf die Geschäftsidee: Im Jahr 2010 gründete er deinschrank.de mit dem Ziel, maßgefertigte Möbel in Schreinerqualität online zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Heute beschäftigt das Unternehmen 110 Mitarbeiter, 60 davon am Produktionsstandortort Rheinbach, die täglich zwischen 80 und 100 Möbel herstellen – vom Schrank über Schiebetüren bis zum Sofa.

Grundlage der Erfolgsgeschichte ist der konsequent datenbasierte Ansatz und die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik. „Der Großteil unserer Mitbewerber, die im Internet Möbel nach Maß anbieten, sind klassische Schreinereien, die zusätzlich auch das Internet nutzen wollen. Deinschrank.de ist dagegen ein Technologieunternehmen, das eine ausschließlich datenbasierte, vollautomatisierte Fertigung betreibt, um für jeden Kunden ein individuelles Möbelstück zu produzieren“, erläutert Philipp Koecke, Mitglied und Sprecher der Geschäftsleitung.

Zur Realisierung des Konzeptes einer sogenannten „Mass-Customization“ waren nicht nur umfassende Kenntnisse der Datenverarbeitung und des Online-Marketings erforderlich, die Firmengründer Budde als studierter Medienwirt mitbrachte, sondern auch eine Investition in zweistelliger Millionenhöhe in die vollautomatisierte Fertigungsstraße am Standort Rheinbach, die 2015 eröffnet wurde.

Heute kann jeder Kunde das gewünschte Produkt mit wenigen Clicks über den Konfigurator von deinschrank.de zusammenstellen: Zunächst gibt er Kunde die Maße des Möbelstücks ein und kann dann jedes Detail vom Material über die Farbe bis zur Innenausstattung eines auswählen. Danach wird das Wunschmöbel in 3-D-Darstellung samt Preis angezeigt und mit einem weiteren Click die Bestellung ausgelöst. „Der Bestellvorgang muss so einfach wie möglich sein. Doch je einfacher das Konzept für den Kunden, desto komplexer ist die Programmierung im Hintergrund“, erklärt Koecke.

Auf der Grundlage der vom Kunden geschickten Daten stellt das Unternehmen nicht nur das Möbelstück, sondern auch die Verpackungskartonagen her, mit denen die Teile auf die Reise geschickt werden. Die Auslieferung erfolgt grundsätzlich nach dem Zwei-Mann-Prinzip, damit jedem Kunden das Möbelstück bis ins gewünschte Zimmer geliefert werden kann. Die Einzelteile sind nummeriert und für den Aufbau gibt es eine übersichtliche Montageanleitung.

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Auch wenn der stationäre Handel nach einer aktuellen Studie nach wie vor der stärkste Absatzkanal für Möbel ist, wächst auch in dieser Branche der Online-Bereich. „Vom Anstieg der Aufträge sind wir regelrecht überrascht worden und mussten unsere Kapazitäten in diesem Jahr verdreifachen“, so Koecke. Die Lieferzeit, die bisher noch zwölf Wochen beträgt, soll damit bald deutlich auf unter vier Wochen gesenkt werden. Und auch in Zukunft setzt das Unternehmen auf Wachstum und den Ausbau der Produktpalette. Ausreichende Fläche ist im Gewerbegebiet Rheinbach vorhanden. „Wir haben hier im Jahr 2015 die ehemaligen Fertigungshallen der Tischlerfabrik Hoffman übernommen und sind mit dem Standort sehr zufrieden. Auch die Internetanbindung mit einer Datenleitung von 100 Megabit ist für uns ausreichend“, erklärt Koecke.

Und nicht zuletzt spielt in dem noch jungen Unternehmen das Thema nachhaltige Produktion eine wichtige Rolle. „Wir haben sehr viele junge Mitarbeiter, die von ihrem Arbeitgeber Engagement in dieser Richtung erwarten“, so der Unternehmenssprecher. Und so werden beispielsweise beim Verpackungsmaterial grundsätzlich nur die beiden Stoffe Pappe und Umreifung eingesetzt, die problemlos über die grüne und gelbe Tonne entsorgt werden können. Zudem beteiligt sich das Unternehmen an „Plant-for-the-Planet“ und lässt für jedes produzierte Möbelstück einen Baum pflanzen.

Und auch die Verbundenheit mit der Region ist ein Teil der Unternehmensphilosophie. „Es ist für uns besonders wichtig, die Region als Wirtschaftsstandort zu stärken. Vor allem ist es unsere heimatliche Verbundenheit, die unsere Unternehmensidentität ausmacht. Ein Wegzug aus der Region kommt für uns daher nicht in Frage“, erklärt Unternehmenssprecher Koecke.

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