Verbesserungen für 2200 Bahnreisende täglich: Ein fast neuer Bahnhof für Sinzig

Verbesserungen für 2200 Bahnreisende täglich : Ein fast neuer Bahnhof für Sinzig

Für zehn Millionen Euro neue Bahnsteige, Aufzüge und eine verlängerte Unterführung. Das Gebäude bleibt unberührt.

Es dürfte sich um eine der größten Investitionen handeln, die in den vergangenen Jahren in Sinzig getätigt wurden: Für zehn Millionen Euro wird der Bahnhof der 17 000-Einwohnerstadt umgebaut und verschönert. Nach dem Ausbau des Bahnhofsvorplatzes mit Parkplätzen und Bushaltestelle und der Verlängerung der Fußgängerunterführung in Richtung Osten zu „Kaufland“ werden nun die Bahnsteige und der Bau von Aufzügen in Angriff genommen. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger in einer Bürgerversammlung, in der die Planungen präsentiert und diskutiert wurden.

Drei Millionen Euro haben Stadt und Bahn bereits in die ersten Bauabschnitte investiert. Nun kommen weitere sieben Millionen dazu, mit denen ein barrierefreier Ausbau verwirklicht werden soll. Am Bahnhofsgebäude selbst, in dem sich einst eine Empfangshalle, Wartesäle der 1. und 2. Klasse oder auch eine Dienstwohnung für den Stationsvorsteher befanden, wird nichts gemacht: Das historische Haus, das 1858 erbaut wurde, befindet sich im Privatbesitz und steht zudem unter Denkmalschutz.

Bis 2019 sollen die Bahnsteige erhöht und verlängert, die Unterführung ausgebaut und hell gestaltet sowie Aufzüge zu den Bahnsteigen gebaut werden, damit die täglich im Schnitt 2200 Sinziger Bahnreisenden angenehmere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten erhalten. Wie Martin Gleser von der „DB Station & Service“, in der das Bau- und Anlagenmanagement der Bahn koordiniert wird, mitteilte, werden die Bahnsteige um 76 Zentimeter angehoben.

Dies auf einer Länge von 225 Metern. Von der Empfangshalle bis zum Mittelbahnsteig wird eine neue Unterführung geschaffen, der Mittelbahnsteig, von dem aus die Züge aus Richtung Koblenz halten und in Richtung Bonn und Köln abfahren, soll darüber hinaus ein neues Dach erhalten, damit die Kunden der Bundesbahn auch bei Regen im Trockenen stehen. Zu diesem Bahnsteig wird ein Aufzug führen, so dass Gehbehinderte keine Mühe haben werden, zum Zug zu gelangen. Ungeachtet dessen wird der Bahnsteig auch über eine neue Treppenanlage erreichbar sein. Auch am Bahnhofsvorplatz wird ein Aufzug errichtet, der Reisende bequem in die Unterführung bringt. An der Ostseite, in Richtung Kaufland, soll ein Lichthof geschaffen werden, damit die Unterführung heller wird. „Alles wird besser, freundlicher, moderner“, freute sich Bürgermeister Wolfgang Kroeger.

„Unser Ziel ist eine Verbesserung der technischen und sozialen Randbedingungen im öffentlichen Personennahverkehr“ führte Gleser aus. Er habe keinen Zweifel, dass der Zeitrahmen eingehalten werde. Bis Juni 2019 soll die Bahnhofsanlage in neuem Glanz erstrahlen. Dann rollen übrigens erstmals die Züge des Rhein-Ruhr-Express im Sinziger Bahnhof ein, der somit fortan weitaus besser als bisher an die Ballungszentren angeschlossen sein wird.

Während der Bauarbeiten, die im Dezember diesen Jahres beginnen, werden die Bahnreisenden mit einigen Provisorien zu leben haben, da es teilweise zu Sperrungen von Treppen und Teilen der Bahnsteige kommen wird.

Wenngleich die Planungen insgesamt in der Bürgerversammlung auch auf Wohlwollen stießen, so gab es doch einige Wermutstropfen: Beanstandet wurde, dass der westlich gelegene Bahnsteig, von dem die Züge in Richtung Koblenz abfahren und die Züge aus dem Raum Köln-Bonn ankommen, keine Bedachung vorsieht. Auch fehle eine Toilettenanlage. Bürgermeister Kroeger will sich um entsprechende Nachbesserungen in der Planung bemühen. Auch möchte er erreichen, dass die gesamte Anlage einen Graffiti-sicheren Anstrich erhält.

Kroeger: „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels in der Hoffnung, dass uns kein Zug entgegen kommt.“

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