Neujahrsempfang der SPD in Sinzig: Digitalisierung als Herausforderung

Neujahrsempfang der SPD in Sinzig : Digitalisierung als Herausforderung

Das Thema "Arbeit 4.0" stand im Mittelpunkt der Ausführungen, die Sozial- und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler den Sinziger Sozialdemokraten mit auf ihren Weg ins neue Jahr gab.

Die SPD verstand sich immer schon als Arbeiterpartei. 1908 in Sinzig gegründet, vertrat sie – so ist es in den Chroniken verbrieft – stets die Belange der sozial Schwächeren, der Benachteiligten, trat für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität ein. „Seither bohren wir dicke Bretter“, meint SPD-Ratsmitglied Martin Eggert. Beim Neujahrsempfang der Sozialdemokraten, zu dem nicht nur Sinzigs Bürgermeister Andreas Geron, sondern auch Vertreter anderen Parteien gekommen waren, herrschte indes Einmütigkeit in der Betrachtung der historischen aber auch aktuellen Leistungen der 1863 in Gotha gegründeten Partei.

So unterstrich das Sinziger Stadtoberhaupt „die angenehme Arbeit im Rat“, das gute Miteinander mit der SPD, das kollegiale und zielorientierte Arbeiten. Um Arbeit ging es auch im Hauptbeitrag des Neujahrsempfanges, zu dem die beiden Ortsvereinsvorsitzenden Axel Friedrich (Sinzig) und Günter Martin (Bad Bodendorf) ins Sinziger Schloss geladen hatten: Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in Rheinland-Pfalz, sprach über „Arbeit 4.0“ – ein Thema, das bei Arbeitnehmern durchaus Unwohlsein aufkommen lässt.

Tiefgreifender Wandel in der Arbeitswelt

Schließlich befindet sich die Arbeitswelt längst in einem tiefgreifenden Wandel. Die Digitalisierung eröffnet zwar neue Tätigkeiten und Berufsfelder, intelligente Maschinen und Systeme übernehmen aber ebenso bislang von Menschen ausgeführte Tätigkeiten. „Dieser Wandel vollzieht sich mit einer großen Dynamik“, so Bätzing-Lichtenthäler. Man könne sich jedoch nicht wegducken. Die Ministerin: „Vielmehr wollen wir diesen Megatrend gestalten.“ Chancen und Risiken gelte es abzuwägen, Ängsten und Sorgen habe man sich zu stellen.

Mitbestimmung und "Entgrenzung"

Was freilich nichts am Arbeitsplatzverlustrisiko ändert. Nahezu 30 Prozent aller Berufe lassen sich zumindest in Teilbereichen automatisieren. Zu „Weiterbildung und Qualifikation“ rät da die Ministerin. Dabei räumte sie jedoch ein, dass dies gerade in den vielen Kleinbetrieben oftmals nicht einfach sei. Dennoch: „Bildung ist der Schlüssel, um Risiken zu begegnen“, sagte Bätzing-Lichtenthäler, die auch auf die Themen „Mitbestimmung“ im Digitalzeitalter sowie auf die „Entgrenzung“ der Arbeitswelt einging. Die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Betriebs- und Personalräte dürften nicht im analogen Zeitalter stehenbleiben. Und bei der „Entgrenzung“ gelte es – beispielsweise im Home-Office – klar zu definieren, wann was privat und was wann dienstlich sei.

Arbeitgeber dürften die ständige Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter ebenso wenig ausnutzen, wie sich Arbeitnehmer nicht darauf einlassen sollten, rund um die Uhr zu Diensten zu stehen.

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