Mitgliederversammlung: CDU Bad Breisig steht weiter zu den Römer-Thermen

Mitgliederversammlung : CDU Bad Breisig steht weiter zu den Römer-Thermen

Die Bad Breisiger Christdemokraten haben ihre Kreistagskandidaten nominiert. Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch beklagte bei der Versammlung eine Kampagne gegen ihre Person.

Die CDU in Bad Breisig stellt die Weichen für die Kommunalwahl. In einer Mitgliederversammlung wurden nicht nur die Kandidaten für die Kreistagswahl (Guido Ernst, Gabriele Hermann-Lersch, Beate Deres und Norbert Heidgen) gewählt. Vielmehr wurde auch Nabelschau betrieben. Die Stadt, so CDU-Vorsitzender Norbert Heidgen, sei allen Querelen um die Römer-Thermen und allen Unkenrufen um die Finanzsituation der Quellenstadt zum Trotz auf einem guten Weg. Verfolge man die öffentlichen Berichterstattungen, so gewinne man den Eindruck, die Stadt stehe vor dem Abgrund. Es werde behauptet, die Jahnhalle – Bad Breisigs wichtigste Versammlungsstätte – werde abgerissen, in der Wallersstraße werde für viel Geld unnötig ein Regenwasserkanal gebaut, in den Römer-Thermen würde die Geschäftsführerin „die Sau rauslassen“. Heidgen: „Nichts davon entspricht der Wahrheit.“

In den Römer-Thermen gebe es durchaus eine „schwierige Situation“, das betriebswirtschaftliche Minus sei auf Dauer zu hoch, die Einnahmen müssten erhöht, die Ausgaben gesenkt werden. „Das ist die zentrale Herausforderung für die Geschäftsleitung der Thermen. An diesem Ziel wird sie sich messen lassen müssen“, so der CDU-Vorsitzende. Wie berichtet, war es in jüngster Vergangenheit zu erheblichen Dissonanzen in den Römer-Thermen gekommen. Die Gewerkschaft Verdi, SPD und FWG sowie einige Mitarbeiter klagten über einen unangemessenen Führungsstil der Geschäftsführerin.

Auch Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch war in diesen Zusammenhang ins Gerede gekommen, da ihre mit ihrem Ehemann gemeinsam betriebene Rechtsanwaltskanzlei mit einer juristischen Einschätzung in Sachen „Römer-Thermen“ beauftragt worden war. Gegner der Bürgermeisterin warfen ihr eine Vermischung von Amt und Mandat vor. Hermann-Lersch: „Das ist Unsinn.“ Es handele sich um eine Kampagne gegen sie „auf sehr persönlicher Ebene“. Die „Störfeuer“ seien unangemessen und unangebracht gewesen. Es brauche zudem Zeit, ehe sich die Mitarbeiter der Thermen an veränderte Strukturen gewöhnt hätten. Das eingeleitete Mediationsverfahren werde hoffentlich für Abhilfe sorgen und Lösungswege für ein besseres Miteinander zwischen Geschäftsführung und Belegschaft aufzeigen. Auch Hermann-Lersch stellte klar: „Das Betriebsergebnis muss besser werden.“

In seinem Rechenschaftsbericht unterstrich Heidgen die gute Entwicklung der Stadt. Mithilfe der aus dem Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt“ fließenden Geldern wolle man weiter an einer Verbesserung und Verschönerung der Bad Breisiger Infrastruktur arbeiten. Der Ausbau des Parkplatzes an der Tourismus-Information stehe bevor, die Anbindungen an den Kurpark sollen optimiert, die Stufenanlage an der Schwickerathallee zum Rhein hin in Angriff genommen werden. Erfreulich entwickelt habe sich die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken, wie auch die rege Baunachfrage dokumentiere, dass Bad Breisig nicht an Attraktivität verloren habe.

Der Stadtbürgermeisterin bescheinigte Heidgen, „bis zum Anschlag zu arbeiten“. Die CDU-Mitglieder quittierten das mit langem Beifall.

Landtagsabgeordneter Guido Ernst ging auf einige neuralgische Punkte ein, die Bad Breisig besonders tangieren. Zum einen die stark befahrene B 9. „Die Zahl der durch die Stadt fahrenden Autos nimmt weiter zu“, so Ernst. Die Stadt stehe vor einem Verkehrskollaps. „Wir brauchen eine Machbarkeitsstudie, wie der Verkehr in der Innenstadt vermindert werden kann“, so seine Forderung.

Auch eine Umgehung müsse Thema sein. In 2020 soll übrigens ein „Flüsterbelag“ auf die Bundesstraße gebracht werden. Die Hoffnung: weniger Lärm.

Den soll es auch an der Bahntrasse geben. Mehr als 300 Züge rollen täglich im Höchsttempo durch die kleine Stadt. In drei Jahren dürfen allerdings keine „lauten Waggons“ mehr auf die Schiene. Bis dahin müssen alle mit „Flüsterbremsen“ und speziellem Räderwerk ausstaffiert sein. Auch hiervon erhofft sich Guido Ernst etwas Linderung.

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