Einsatz für das Ökosystem Wald: 18 neue Jungjäger in Ahrweiler

Einsatz für das Ökosystem Wald : 18 neue Jungjäger in Ahrweiler

Die Kreisgruppe Ahrweiler des Landesjagdverbandes gratuliert 18 Jungjägern zur Prüfung. Der Jadgverband will sinnvolle, die Jagd und den Naturschutz fördernde Maßnahmen verwirklichen.

„Tue Gutes und sprich darüber!“ Auch die Kreisgruppe Ahrweiler im Landesjagdverband möchte in Sachen Öffentlichkeitsarbeit aktiver werden. Das erklärte der Vorsitzende Ralf Schmidt bei der Jahreshauptversammlung im Dernauer Culinarium. So nehme allein der Kreis Ahrweiler pro Jahr aus der Jagdsteuer rund 430 000 Euro ein. In die 202 Reviere würden darüber hinaus etwa 2,1 Millionen Euro an Jagdpacht bezahlt, wodurch wiederum sinnvolle, die Jagd und den Naturschutz fördernde Maßnahmen verwirklicht werden könnten. „Doch mehr als das zählt der ökologische Wert, den die Jäger in ihren Revieren verrichten“, sagte Schmidt unter dem Beifall der 200 Mitglieder.

Intakte Ökosysteme seien wichtig, „noch wichtiger aber ist, wie wir unseren Nachfahren einen möglichst funktionsfähigen Naturhaushalt übergeben, wenn nicht langsam ein Umdenken stattfindet“, so Schmidt. Mit der Kampagne „Artenreiche Wiesen, Lebensraum für Biene, Schmetterling & Co.“ sei bereits ein sehr wichtiger Schritt unternommen worden. „Wenn wir es wirklich ernst meinen, kommen wir aber nicht am Wald vorbei.“ Schließlich seien mehr als 52 Prozent der Kreisfläche mit Wald bestanden, deshalb liege bei den Bemühungen um den Erhalt der Artenvielfalt dort ein enormes Potenzial.

So sei in der Grafschaft jüngst 5,4 Hektar Fichtenwald dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Dort plane man nun einen Kahlschlag und anschließend die Wiederaufforstung mit 12 500 Bäumen verschiedener Arten, an den Rändern sollen darüber hinaus 2500 Kirschen, Winterlinden und Esskastanien wachsen. „Dies nenne ich einen zukunftsorientierten Umbau“, freute sich Schmidt. Solche zukunftsfähigen Wälder werden erheblich höhere Wildbestände beherbergen können. Auch bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest habe sich die Jagd als verlässlicher Partner gezeigt und in Rheinland-Pfalz eine Rekordstrecke von fast 90 000 Stück Schwarzwild erreicht. „Aktuell sieht man an den gesunkenen Zahlen, dass damit wohl erstmalig eine Reduktion erreicht wurde“, erklärte Schmidt.

Kreisjagdmeister Stephan Schuck freute sich, dass 18 Jungjäger die Prüfung erfolgreich absolviert haben und appellierte an die Revierinhaber, ihnen auch die Gelegenheit zu geben, das Gelernte einzusetzen.

Die Bestandsentwicklung sei sehr unterschiedlich verlaufen. Beim Rotwild habe die Abschusserfüllung auf hohem Niveau gelegen, mit 1585 erlegten Stücken habe man eine Quote von etwa 84 Prozent erreicht. Beim Muffelwild habe das Soll sogar zu 245 Prozent (139 Stück) erfüllt werden können. Beim Schwarzwild habe sich die Strecke gegenüber dem Rekord-Vorjahr von 5810 auf 2873 fast halbiert. Gründe dafür seien zum einen der hohe Abschuss des Vorjahres zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest gewesen, zum anderen die langanhaltende Trockenheit. Beim Rehwild lag die Abschusserfüllung auf gleichem Niveau wie im Vorjahr mit einer Quote von 90 Prozent, erlegt wurden 3704 Stück und damit etwas weniger als im Vorjahr. Landrat Jürgen Pföhler wies darauf hin, dass die Jagd im Kreis die besten Bedingungen vorfinde. Die Jäger leisteten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt eines der Landeskultur angepassten, artenreichen und gesunden Wildbestandes.

Dennoch müssten für einige Jagdreviere weiterhin Mindestabschusspläne für Rot- und Rehwild festgesetzt werden, da das waldbauliche Betriebsziel durch Verbiss- und Schälschäden erheblich gefährdet sei. Das gelte insbesondere für die intensive Bejagung von Schwarzwild, um den drohenden Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

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