Mehr als Konzerte: In der Gemeinschaft musizieren

Mehr als Konzerte : In der Gemeinschaft musizieren

Da wäre die Sache mit dem Couleur: Die Mitglieder der AMV Makaria tragen ihre Verbindungsfarben nicht zur Schau, sie haben weder Hut noch Band und erst recht keine Uniform. Die Gründer wollten im Jahr 1878 keine weitere schlagende oder konfessionelle Verbindung ins Leben rufen, sondern eine, die ihrer gemeinsamen Leidenschaft entsprach: dem Musizieren.

Viele Studentenverbindungen pflegen den „Couleurbummel“: Die jungen Männer ziehen von einem Verbindungshaus zum nächsten, um dort Bier zu trinken. „Die stehen auch bei uns vor der Tür, aber wir lassen sie nicht rein“, sagt Paul Knipper.

Dann gebe es schon mal Pöbeleien vor dem Bonner Talweg 60. Dort ist die akademisch-musische Verbindung Makaria Bonn untergebracht, deren Präsident Knipper ist und die sich in vielen Punkten von anderen unterscheidet.

Da wäre die Sache mit dem Couleur: Die Mitglieder der AMV Makaria tragen ihre Verbindungsfarben nicht zur Schau, sie haben weder Hut noch Band und erst recht keine Uniform. Die Gründer wollten im Jahr 1878 keine weitere schlagende oder konfessionelle Verbindung ins Leben rufen, sondern eine, die ihrer gemeinsamen Leidenschaft entsprach: dem Musizieren. Und der vielleicht wichtigste Unterschied: Frauen sind bei der Makaria nicht nur gern gesehene Gäste, sondern können genauso eintreten wie Männer.

Mario Heckler studiert nicht mehr, sondern steht dem Altherrenverband der Verbindung vor. Derzeit gibt es 25 aktive Mitglieder und gut fünfmal so viele ehemalige Studierende, die durch ihre Finanzierung die Verbindung am Laufen und das Haus in Schuss halten.

Dieser Bruch mit so vielen Traditionen bringe es mit sich, dass andere Verbindungen die Makaria „ein wenig von oben herab betrachten“, sagt Heckler.

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Pflichttrinken, autoritäre Strukturen und immer wieder auffallen: „Wenn es denen Spaß macht, sollen sie es machen.“ Er bedauert, dass vor allem die Rechtsgerichteten das Bild der Öffentlichkeit von Studentenverbindungen verzerren.

Die AMV Makaria Bonn konzentriert sich auf zwei Dinge. Das eine ist das Musizieren. Immer wieder hört man in dem Altbau von 1905 Musik, entweder aus dem Musikraum im Keller oder aus dem Saal im ersten Stock. Dort probt der Chor aus Makaren und Auswärtigen mit seinem Leiter Christian Röhrig.

In den oberen Geschossen befindet sich eine WG mit sieben Zimmern. Das andere ist, was die Verbindung ausmacht, nämlich „dass man in Verbindung bleibt“, erklärt Heckler. Ansonsten wolle man Leute finden, die zur Makaria passen, auch wenn sie kein Instrument spielen.

Werbewart Matthias Klanten etwa, der allenfalls ein wenig trommelt. Aber er passt in die Gemeinschaft und will dort auch nach dem Studium bleiben. „Das steht überhaupt nicht zur Diskussion.“

Auch Knipper, Gitarre und Klavier, will dabei bleiben, auch wenn er jetzt im Oktober nach Aachen wechselt. Dort gibt es die AMV Arion, und der Zugang zu dieser wird ihm als Makaren erleichtert. Denn beide Verbindungen sind im Sondershäuser Verband organisiert, dem in Deutschland und Österreich derzeit 24 akademisch-musische Verbindungen angehören. (kpo)

www.amv-makaria.de und www.sv.org

Der Name Makaria

Das griechische Wort bedeutet „die Glückselige“. In der griechischen Mythologie ist Makaria die Tochter von Herakles und Deianeira. Nach dem Tod ihres Vaters will dessen Cousin Eurystheus die Kinder des Heroen töten, damit sie seine Herrschaft über Mykene nicht gefährden, und verfolgt sie nach Athen.

Dort kann Makaria, einer Prophezeiung folgend, einen Krieg abwenden, indem sie sich freiwillig dem Opfertod für die Göttin Persephone hingibt. Allegorisch wird sie als Frauengestalt gesehen, die Lebensfreude vermittelt, was sie für die Gründer der AMV Makaria Bonn zur aussagekräftigen Namensgeberin machte. (kpo)