Jobmesse: Tausende Besucher bei Karrieretag im Telekom Dome

Jobmesse : Tausende Besucher bei Karrieretag im Telekom Dome

Rund 4000 Besucher informieren sich bei den 84 Ausstellern des siebten Karrieretages im Telekom Dome. Unter anderem beim Job-Speeddating kamen Besucher und potenzielle Arbeitgeber ins Gespräch.

Rund 4000 Besucher und 84 Aussteller: Der Karrieretag im Telekom Dome am Donnerstag, veranstaltet vom General-Anzeiger und dem Jobportal Kalaydo, war wieder ein voller Erfolg. Zum siebten Mal lockte die Jobmesse Schul- und Uniabsolventen, Berufstätige und Arbeitslose in Scharen auf den Brüser Berg. Wer sich für IT- oder Technikberufe sowie den Pflegebereich interessierte, hätte an manchen Ständen aus dem Stand heraus einen Arbeitsvertrag abschließen können.

Doch das sei erst der zweite oder dritte Schritt, erklärte GA-Anzeigenleiter Martin Busch. Die Jobmesse diene vor allem dem ersten Kennenlernen, also zum Beschnuppern, und zur Information. "Wir stellen immer wieder fest, wie gut unsere Besucher vorbereitet sind. Sie gehen in aller Regel auch ganz gezielt mit ihrer jeweiligen Qualifikation zum passenden Jobanbieter", hat Busch beobachtet.

Mit großen Erwartungen war Natascha Kuhlmann (39) zum Karrieretag angereist. Die promovierte Geologin schätzt die Möglichkeit, persönlich mit den Vertretern der verschiedenen Unternehmen und Behörden in Kontakt treten zu können. "Ich könnte mich natürlich auch im Internet nach einem Job umschauen, aber im persönlichen Gespräch finde ich das viel angenehmer."

Die Naturwissenschaftlerin würde gerne eine Tätigkeit ausüben, bei der sie viel in der Weltgeschichte unterwegs sein kann. "Ich denke, ich schaue mich erst einmal beim Stand des Fraunhofer Instituts oder bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit um", sagte sie. Bei der GIZ wäre sie tatsächlich ganz gut aufgehoben, sagte sie mit einem Schmunzeln. Schließlich lautet ihr Promotionsthema "Naturkatastrophen".

Alter spielt so gut wie keine Rolle mehr

Wie im Taubenschlag geht es beim Jobcenter zu. Das Format "Job-Speeddatings", das das Jobcenter zum wiederholten Male auf der Messe anbietet, kommt gut an. "Wir wollen die Menschen, die Arbeit suchen, auf kurzem Weg mit Arbeitgebern zusammenbringen", erklärte Pressesprecher Markus Waschinski. Die im Vorfeld vom Jobcenter ausgewählten 80 Bewerberinnen und Bewerber hatten jeweils zehn Minuten Zeit, um bei einem der zehn teilnehmenden Arbeitgeber, darunter auch die Deutsche Bahn, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Im vorigen Jahr konnten so gut 40 Prozent der Arbeitssuchenden tatsächlich hinterher auf eine Arbeitsstelle vermittelt werden, berichtete Waschinskis Kollegin Kristina Jochum.

Darius Wischnewski (49) ist einer dieser Bewerber und wirkt nach seinem zehnminutigen Gespräch mit einem Handwerksunternehmen sehr zuversichtlich, bald wieder eine Arbeit zu haben. Der aus Polen stammende Industriekaufmann ist seit April arbeitslos, er hatte nur eine Vertretungsstelle. Das Handwerksunternehmen beim Karrieretag sucht nun einen wie ihn, der fließend Deutsch und Polnisch spricht und die Firma bei der Suche nach Fachkräften aus Polen unterstützt. Dass er mit 49 Jahren noch mal ein solche Chance bekomme, freue ihn sehr, sagt er. "Das Alter der Bewerber spielt angesichts des Fachkräftemangels so gut wie keine Rolle mehr", weiß GA-Mann Busch aus vielen Gesprächen mit den Ausstellern.

Markus Nowak vom Seniorenbetreuungsdienst "Home-Instead" hat allein am Vormittag bereits vier vielversprechende Gespräche mit potenziellen Mitarbeitern geführt, wie er sagt. Auch Marion Schäfer vom Diakonischen Werk zeigt sich überrascht vom großen Andrang auf der Messe. Sie hatte eben erst im Vortragssaal ein Interview zu den Pflegeberufen gegeben. "Ich war noch nicht am Stand zurück, da standen dort schon die ersten Gesprächspartner", sagte sie. Zwei konkrete Bewerbungen seien abgegeben worden. Gabriele Müller vom Personalamt der Stadt Bonn ist an dem Tag ebenfalls eine vielgefragte Frau. "Viele wissen gar nicht, wie viele unterschiedliche Berufsfelder wir bei der Stadt Bonn haben", sagte sie.

Gerne stehen bleiben die Besucher auch am Stand von Lindt. Das mag zum einen an den Schokokugeln liegen, die Personalmarketingleiter Dirk Ungnade großzügig verteilt. Er hält aber auch ein vielfältiges Jobangebot bereit. Allerdings befindet sich das Unternehmen in Aachen. "Da stutzen dann einige", sagte er, "aber Aachen im Dreiländereck ist wirklich ein attraktiver Wohnstandort."

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