Umweltproblem Plastikmüll

Auch in der Nahrungskette ist bereits umweltschädliches Plastik gelandet.

Jeder Deutsche verbraucht bis zu 611 Kilogramm Plastikmüll pro Jahr. Dadurch sterben jährlich etwa eine Millionen Seevögel und 100 000 Meeressäuger.

Bei drei von vier Fischen wurde Mikroplastik im Magen nachgewiesen. Durch Fischfang und fischhaltigen Speisen nehmen die Menschen diesen Plastikanteil ebenfalls in sich auf.

Die Folgen für die Menschen können unterschiedlich aussehen: Allergien, Fettleibigkeit, Unfruchtbarkeit, Krebs und Herzerkrankungen. Insgesamt trugen 73 Prozent der untersuchten Fische diese giftigen Schadstoffe in sich.

Forscher eines Instituts in Sydney haben recyclebare Plastikscheiben entwickelt, dessen Struktur Mangrovenbaumwurzeln gleicht. Dort sollen sich Mikroorganismen ansiedeln, die sich von dem Plastik ernähren und somit die Plastikgiftstoffe aus dem Meer filtern. Es wurden bereits an zwei Meeresküsten 50 Platten angebracht.

Seit 1950 wurden 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff verbraucht. Davon wurden nur 600 Millionen Tonnen recycelt und 800 Millionen Tonnen verbrannt. In Europa wird mit 30 Prozent am meisten des aufkommenden Plastikmülls recycelt, in China vergleichsweise 25 und in den USA nur neun Prozent.

Der Plastikverbrauch ist so ein enormes Problem, dass die EU bald Plastikstrohhalme, -teller, -besteck und -tüten verbieten könnte. Abgeordnete stimmten am 19. Dezember 2018 für einen entsprechenden Richtlinienentwurf. Außerdem möchte die EU-Kommission bis 2030 die Plastikmüllberge massiv reduzieren.

Ihr Motto dabei lautet: „Viel weniger Plastik produzieren und viel mehr recyceln.“ Außerdem wollen sie eine Plastikmüllabgabe einführen. Jeder Mitgliedsstaat muss dann pro Kilo der Nicht-Abgabe 80 Cent zahlen.

Ein weiteres Ziel ist es, bis 2025 mindestens 90 Prozent der Plastikgetränkeflaschen zur Wiederverwertung zu sammeln. Zudem wollen sie bis 2030 plastikhaltige Zigarettenfilter um 80 Prozent senken. Der WWF-Deutschland äußerte sich hierzu: „Die EU muss schneller und deutlich konkreter handeln, um unseren Anteil an der weltweiten Plastikflut zu stoppen.“

Jeder kann helfen, die Umwelt vor den Plastikeinwirkungen zu schützen. Zum Beispiel kann man Wegwerfartikel vermeiden und den Müll richtig sortieren. Es bleibt zu hoffen, dass eine Lösung für dieses Problem gefunden wird.

St.-Joseph-Gymnasium, Rheinbach, Klasse 8a

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