"There is no Planet B"

Mit den Freitagsdemonstrationen kämpfen Jugendliche gegen den Klimawandel.

Fridays for future - ein großes Thema, das viele Jugendliche und Erwachsene beschäftigt. Greta Thunberg, das Mädchen, das diese Aktion ins Rollen gebracht hat, gilt nun als Vorbild für viele Schülerinnen und Schüler, so auch für die im Umkreis Bonns. Am 18. Januar war in Bonn die erste Demo gegen den Klimawandel bezüglich #FridaysForFuture. Diese wurde, wie auch die folgenden, von Schülern und Studenten organisiert. Auf Social Media kann man sowohl Greta Thunberg als auch die Organisatoren wie "Care for Hambis" verfolgen.

2000 Schüler aus der Umgebung nahmen am 18. Januar teil. Viele Schilder mit Aufschriften wie "Wald statt Asphalt", "There is no planet B", "Rettet die Eisbären!" oder " weil Baum!" sind auf dem Münsterplatz zu sehen, einige Polizisten sind vor Ort, die die Demo durch Bonn am Rhein entlang begleiten. "Wir kämpfen für unsere Zukunft" hört man immer wieder.

Doch was genau bewegt die Schüler, dorthin zu gehen, und achten sie wirklich auf die Umwelt? "Ich habe die Rede von Greta Thunberg in Katowice gesehen und war begeistert von dem 16-jährigen Mädchen, das sich so für etwas einsetzt, und fand, dass Fridays for Future eine super Idee ist", so Niklas Hausen, 16 Jahre alt, ein Schüler des Martinus-Gymnasium Linz (MGL).

Die schwedische Klimaschutzaktivistin hat einigen Leuten die Augen geöffnet. "Greta Thunberg hat mich bewogen, auf diese Demo zu gehen. Im Unterricht haben wir über den Klimawandel genauer geredet und wurden mit Fakten aufgeklärt, was der Klimawandel genau zur Folge hat, dann habe ich mir zu Hause vieles von Greta angeguckt und mir wurde so klar, dass jetzt eine Veränderung geschehen muss", sagt Carolina Corvinus, 15 Jahre alt, eine Schülerin, die begeistert bei der Demo dabei war.

Viele Jugendliche haben sich am 18. Januar in Bonn versammelt und gemeinsam gegen den Klimawandel protestiert. Sätze wie "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!" oder "Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahrten!" werden laut von der Menschenmenge gerufen. Als wir uns in Bewegung setzen, haben wir Fernsehteams, Reporter, Polizisten und einen Krankenwagen als Begleitung dabei. Die Polizei sagte später, dass es eine friedliche Demo gewesen sei.

Es war ein großes Ereignis in Bonn, das auf dem Platz der Vereinten Nationen mit ergreifenden Reden von Schülern abgeschlossen wurde. Sie erklärten: "Wir müssen jetzt handeln, uns wird der Klimawandel später schaden. Erst zu handeln, wenn man ihn wirklich dramatisch spürt, ist zu spät!" Diese Demos sollen die Politiker darauf aufmerksam machen, deswegen hat die Demo am 18. Januar, wie viele andere auch, in der Schulzeit stattgefunden.

Doch dies ist umstritten. Ist es in Ordnung, auf solche Demos zu gehen, obwohl man eigentlich Schulpflicht hat? "Wenn eine ganze Nation nicht mehr zur Schule, sondern auf Demos gegen den Klimawandel geht, müssen die Politiker ja handeln! Wir machen dies in der Schulzeit, damit eben jeder darauf aufmerksam wird", sagt Carolina Corvinus, und in dieser Meinung wird sie von vielen Jugendlichen unterstützt. Doch einige nutzen diese Demos auch als Vorwand, um nicht in die Schule gehen zu müssen.

Ich frage Schüler und Schülerinnen des MGL, ob sie auch zu Hause auf die Umwelt achten. Carolina Corvinus (15): Ich achte darauf, nicht so viel Müll zu verbrauchen, und kaufe mir nur das, was ich wirklich brauche. Auch strommäßig, ich habe mein Licht zur Tageszeit immer aus und lasse meinen PC nicht so lange laufen.

Hannah Ernst (14): Ja, wir kaufen Glasflaschen - keine aus Plastik, ich versuche, weniger Fleisch zu essen, und achte darauf, mehr zu laufen als mit dem Auto zu fahren.

Niklas Hausen (16): Natürlich habe ich keinen sehr tollen ökologischen Fußabdruck, wie, denke ich, fast keiner in Deutschland, jedoch achte ich auf einige Dinge. Zum Beispiel nur noch vegetarisch zu leben oder den Plastikmüll zu reduzieren. Man kann in so vielen Lebensbereichen darauf achten! Und ich finde es gut und wichtig, dass die Debatte angestoßen wird, mehr für den Umweltschutz zu tun, sich als Gemeinschaft darüber Gedanken zu machen, wie könnte man auf solidarischem Wege unsere Umwelt schonen?

Jeder dieser drei Schüler achtet also besonders darauf, weniger Plastik zu verbrauchen. Auch ihr könnt etwas für die Umwelt tun! "Ecosia finde ich super! Eine Suchmaschine, mit der man genauso gut wie mit Google suchen kann, die ihre Einnahmen jedoch an Organisationen spendet, die den Regenwald kaufen, damit dieser nicht abgeholzt werden kann. Das schützt die Bäume, und die Organisationen pflanzen auch neue Bäume in abgeholzten Teilen. Ecosia zu nutzen, tut keinem weh und man tut etwas Gutes", so Niklas Hausen.

Am 15. März war wieder eine Demo in Bonn. 5500 Schüler und Schülerinnen demonstrierten gegen den Klimawandel trotz Regen und Sturm - 3500 mehr als am 18. Januar. Viele Schüler, aber auch Eltern und Großeltern gehen mit uns zusammen den Weg durch Bonn. Insgesamt fanden am 15. März 2083 Demos in 125 Ländern statt. Über 1,5 Millionen Schüler und Schülerinnen nahmen teil.

Greta Thunberg selbst ist erstaunt und stolz, dass so viele Schüler und Schülerinnen immer wieder an diesen Demos teilnehmen. "No one is too small to make a difference".

Martinus-Gymnasium Linz, Klasse 9a