Industriegebiet von Rheinbrohl: Zu wenig Platz im Ortskern?

Industriegebiet von Rheinbrohl : Zu wenig Platz im Ortskern?

Edeka möchte den alten Markt in Rheinbrohl aufgeben und im neuen Einkaufszentrum größer bauen.

Im Industriegebiet von Rheinbrohl an der L87 ist ein Fachmarktzentrum geplant, um die Einkaufsmöglichkeiten für die Einwohner langfristig zu sichern. Dies könnte jedoch eine Konkurrenz für die innerörtliche Infrastruktur sein. Im Ortskern gibt es noch einen kleinen und etwas veralteten Edeka-Markt.

Rheinbrohl hat etwa 4000 Einwohner und viel versucht, um den Edeka im Ortskern zu vergrößern. Es wurden Studenten der Hochschule Koblenz beauftragt, eine Lösung vorzustellen. Doch diese Ansätze waren finanziell nicht umsetzbar. Auch die größere Verkaufsfläche ist dem Lebensmittelriesen nicht zukunftsfähig genug. Dazu kommen die schlechte Verkehrsanbindung und die hohe Belastung des Innerortes unter anderem durch den Lärm bei der Anlieferung.

Der alte Edeka-Markt kann mit den neuen Edeka-Märkten nicht mithalten, meint der Ortsbürgermeister von Rheinbrohl Oliver Labonde. Nur ein begrenztes Sortiment werde derzeit auf der kleinen Fläche angeboten. Die Einrichtung motiviere die Kunden nicht mehr zum genussvollen Einkaufen.

Die Edeka-Kette favorisiert, im Industriegebiet neu und bedeutend vergrößert zu bauen. Damit verbunden sind auch größere Parkflächen mit rund 230 Parkplätzen. Darüber hinaus würden dadurch die Standorte des DM- und des Lidl-Marktes gesichert. Der geplante Edeka-Markt soll über eine Verkaufsfläche von etwa 1000 Quadratmetern verfügen. Der alte Edeka-Markt umfasst nur 500 Quadratmeter. Wenn sich der Edeka-Markt im Industriegebiet ansiedelt, möchte der bereits dort bestehende Lidl durch einen Neubau seine Verkaufsfläche erweitern.

Außerdem soll sich noch ein weiterer Fachmarkt im neuen Einkaufszentrum ansiedeln - welcher ist noch offen. In dem Industriegebiet wären dann vier Geschäfte; ein Fachmarktzentrum würde entstehen. Das Investitionsvolumen für den Neubau wird auf mehr als 20 Millionen Euro geschätzt, die von den Inhabern des Fachmarktes finanziert werden müssten.

Durch den Neubau würden Voll- und Teilzeitarbeitsplätze entstehen, ein Bistro und ein Getränkemarkt. Dieses Areal wäre über einen Fuß- und Radweg entlang der Hauptstraße auch ohne Auto erreichbar. Über einen Abholservice wird ebenfalls nachgedacht.

Bürgermeister Labonde kennt die Vorzüge des Edeka-Marktes innerorts, sieht aber auch, dass ein Zentrum in dem Industriegebiet am Ortsausgang entstehen muss, um die Weiterentwicklung der Gemeinde Rheinbrohl zu sichern. Einkaufsmöglichkeiten sind ein Argument für neue Einwohner, um in den Ort zu ziehen.

Zurzeit läuft der Mietvertrag des alten Edeka-Marktes noch 3,5 Jahre lang und könnte verlängert werden. Seitens der Ortsgemeinde gibt es nach Vorlage des Einzelhandelsgutachtens der Verbandsgemeinde Bad Hönningen Überlegungen für ein zukunftsfähiges Angebot im bestehenden Edeka-Gebäude, damit im Innerort eine Anlaufstelle bestehen bleibt.

Martinus-Gymnasiums Linz, Klasse 9a

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