Radioastronomie: Ein Blick in die Weiten des Weltraumes

Radioastronomie : Ein Blick in die Weiten des Weltraumes

Das Effelsberger Radioteleskop beobachtet Neutronensterne und Schwarze Löcher

Von weitem sieht man vom Effelsberger Radioteleskop nur einen kleinen Teil vom äußersten Rand. Doch kaum ist man über die Hügel, steht man dem riesigen Antennenreflektor gegenüber, der einen Durchmesser von 100 Metern hat. Das Radioteleskop steht zirka 45 Kilometer von Bonn entfernt in einem Tal neben dem Dorf Effelsberg. Einen solchen Anblick haben alle Mitarbeiter dieses Radioteleskops jeden Tag. So auch Dr. Heiko Hafok, Leiter der Scientific-Support-Gruppe.

Das Effelsberger Radioteleskop des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie ist nicht nur wegen seiner Größe etwas Besonderes. Auch der Standort sowie der Aufbau sind etwas Spezielles. Radioteleskope werden nämlich so gebaut, dass sie vor unerwünschter, von Menschen gemachter Radiostrahlung geschützt sind. Mit dem Radioteleskop kann man Radiowellen mit einer Wellenlänge von 73 Zentimetern bis drei Millimetern messen. Solche Radiowellen werden beim Hörfunk, Fernsehen, Mobilfunk, WLAN, Bluetooth sowie GPS verwendet. Dazu kommt noch, dass die Radiostrahlen aus dem All schwach sind und daher leicht in Umgebungsstrahlung untergehen. Dr. Hafok erläutert, dass ein Handy auf dem Mond eine der stärksten Radioquellen wäre, die man von der Erde aus messen könnte.

Um Radioteleskope vor künstlicher Radiostrahlung zu schützen, baut man sie an einen Ort fernab von Menschen oder in einem Tal. Das Effelsberger Teleskop wurde in ein Tal mit Nord-Süd Ausrichtung aufgebaut. Besonders ist diese Ausrichtung deshalb, da man so auch das Zentrum der Milchstraße beobachten kann. Was zum optimalen Beobachten beiträgt, ist die beeindruckende Größe und Struktur. Das Radioteleskop hat einen Durchmesser von 100 Metern und ist so das größte frei bewegliche Radioteleskop in Europa. Doch es ist nicht nur frei beweglich, sondern auch auf eine besondere Art flexibel, erklärt Dr. Hafok. Das Radioteleskop besitzt eine fachwerkartige Rückenstruktur, wodurch der Empfang nicht unscharf wird, obwohl sich der Antennenreflektor verformt. Es können außerdem verschiedenste Empfänger benutzt werden. Durch den Standort und diese Flexibilität können verschiedenste Forschungen betrieben werden. Zurzeit beobachtet man unter anderem Neu-tronensterne und die Umgebung von Schwarzen Löchern. Beide können durch Supernovas, also durch sterbende Sterne, entstehen. Diese werden erforscht, um mehr über den Anfang des Universums zu lernen. Viele große Schwarze Löcher, wie das in der Mitte der Milchstraße, sind im frühen Universum entstanden.

Am Radioteleskop arbeiten verschiedene Arbeitsgruppen, die alle verschiedene Aufgaben haben. Die Scientific-Support-Gruppe hat die Aufgabe, die forschenden Gastwissenschaftler dort zu unterstützen. Zum Radioteleskop können nämlich Wissenschaftler aus aller Welt kommen und Beobachtungen durchführen. Um deren Fragen oder Probleme kümmert sich dann die Scientific-Support-Gruppe, egal um welche Uhrzeit. Zu den weiteren Aufgaben dieser Gruppe gehört die Instandhaltung der IT-Infrastruktur. Sie müssen sich um die Hardware, also um die Computer kümmern und Defektes auswechseln lassen. Auch die Software gehört in den Aufgabenbereich dieser Gruppe.

Wie Dr. Hafok erklärte, sei diese größtenteils sogar selbst geschrieben. Es müssen immer wieder Fehler behoben werden. Im Allgemeinen hat die Scientific-Support-Gruppe die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Forschungen am Radioteleskop laufen können. Die spezielle Aufgabe des Gruppenleiters ist, die Gruppe zu organisieren und die Infrastruktur weiter zu entwickeln. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass das Radioteleskop immer auf dem neuesten Stand der Technik ist.

Für mich das Beeindruckendste war der riesige Antennenreflektor des Radioteleskops, der in diesem kleinem Tal steht. Auch dass man das Radioteleskop trotz seiner Größe präzise ausrichten kann, war beeindruckend. Mir fiel auf, dass es trotz seines Alters noch auf einem hohen technischen Standard war, weshalb es noch heute ein beliebtes Forschungsinstrument der Radioastronomie ist. Einen Besuch der Besucherplattform des Radioteleskops ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Martinus-Gymnasium Linz, Klasse 9a

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