Hier wird nur im Spiel gehauen

Studenten kämpfen mit riesigen "Wattestäbchen" bei der Trendsportart "Jugger" im Bonner Hofgarten. Artikel eines Schülers des Amos-Comenius-Gymnasiums, Klasse 8c.

Wenn Spaziergänger an der Bonner Hofgartenwiese verwundert stehen bleiben, dann liegt dies wahrscheinlich an den "Flying Juggmen".

Jugger sieht ein wenig aus wie eine Prügelei mit Stöcken und Ketten, ist aber in Wirklichkeit eine normale Sportart mit einer deutschlandweiten Liga, bei der man sich nicht öfter verletzt, als zum Beispiel beim Fußball.

Zwei Mannschaften stehen sich gegenüber und stürmen bei dem Ruf "1-2-3 Jugger" aufeinander zu. Im Prinzip versucht der Läufer (Stürmer), den Jugg (Ball), in das gegnerische Mal (Tor) zu stecken. Er ist der einzige, der den Jugg tragen darf. Die anderen dürfen nur versuchen, den Jugg mit den Pompfen (einem gepolsterten Stab) zu bewegen, und sollen vor allem dem Läufer den Weg freikämpfen.

Ein Team besteht aus fünf Spielern. Die Spielzeit wird in Trommelschlägen gemessen. Der Trommler schlägt regelmäßig alle drei Sekunden, steht am Rand und fungiert auch als Schiedsrichter. Wer von einer Pompfe oder einer Kette getroffen wird, muss sich für fünf Schläge hinhocken. Gespielt werden zwei Halbzeiten. Eine Halbzeit entspricht ungefähr fünf Minuten.

Die Pompfen, erinnern ein bisschen an ein großes Wattestäbchen. Die meisten Spieler basteln ihre Spielgeräte mit Materialien aus dem Baumarkt (Plastik oder Bambusrohr, das mit Schaumstoff ummantelt wird) selbst.

Es gibt feste Regeln, aus welchem Material sie sein dürfen und wie man damit schlagen darf. Die Ketten sind natürlich nicht aus Metall, sondern aus Absperrband angefertigt. Die Kugel daran ist aus Schaumstoff. "Das Ganze reißt eher, als dass es jemandem wehtut", sagt Renana Feldhus, Studentin und Spielführerin der "Flying Juggmen Bonn" .

Das Ziel des Spiels ist es, das Stäbchen, den "Jugg", ins Tor, dem sogenannten "Mal", der Gegner zu bringen. Das Mal ist eine Art Ring aus Kunststoff, in das man den Jugg steckt. Der Sport "Jugger" wurde vor etwa 20 Jahren in Berlin entwickelt. Die Idee dazu stammt aus dem australischen Film, "Jugger-Kampf der Besten". Dort sieht das Ganze allerdings etwas brutaler aus.

Die Bonner Truppe "Flying Juggmen" gibt es seit gut einem Jahr. Die Spieler tragen ein hellgrünes Trikot. Bei ihren Jugger- Turnieren treffen sie auf andere Mannschaften mit teilweise witzigen Namen, zum Beispiel "Affen mit Waffen" aus Sulzbach, "Frostwölfe" aus Oldenburg oder "Problemkinder" aus Stuttgart.

"Jugger ist ein Sport für alle, die gern Fechten oder Rugby spielen und eben gern draußen sind. Wenn wir beim Training nur zwei, drei Leute sind, dann üben wir nur Mann gegen Mann. Ab zehn Leuten können wir ein richtiges Spiel machen", sagt Feldhus.

Die "Flying Juggmen" bestehen zum größten Teil aus Studenten. Immer montags und donnerstags von 17.30 bis 20.30 Uhr ist Training. Interessierte sind willkommen.

Amos-Comenius-Gymnasium, Klasse 8c