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Erst Dauerlauf, dann Unterricht

Erst Dauerlauf, dann Unterricht

Wenn deutsche Mittelstufler um 8 Uhr in der Schule erscheinen, haben japanische Kinder bereits eine Stunde Ausdauertraining hinter sich. Gekleidet in einheitlicher Schuluniform.

Es gibt in Japan viele Regeln, aber auch ein besonderes Schulessen, das extra für die Kinder zusammengestellt ist. Die Beziehung zwischen Lehrer und Schülern ist besonders eng, da sie sich nicht nur im Unterricht, sondern auch in regelmäßigen Kursen sehen. Ein ganz normaler Schultag endet meist um 18 Uhr.

Für meinen Freund Takekaze Inazuka beginnt der Montag wie immer. Um 5.30 klingelt sein Wecker. Er wohnt in einem kleinen Haus im nordwestlichen Teil Maebashis, Präfekturhauptstadt von Gunma, rund 100 Kilometer von Tokio entfernt. Nach einem reichhaltigen Frühstück, das in Japan oft aus Reis, Miso-Suppe und Fisch besteht, packt er seinen Ranzen und seine Schuluniform ein und macht sich mit dem Fahrrad auf den Weg zu einem Park nahe der Schule.

Dort hat er von 7 Uhr bis 8 Uhr Ausdauertraining. Das heißt, eine halbe Stunde Dauerlauf. An der Spitze läuft ein Lehrer, der das Tempo reguliert. Der Park ist sehr hügelig. Wenn Takekaze an einer Steigung zurückfällt und der Lehrer es sieht, wird er ermahnt oder sogar rausgeworfen.

Nach dieser Stunde, die Takekaze schon vor Schulbeginn an seine Grenzen bringt, macht er sich zügig auf zur Schule. Er muss sich noch umziehen, genauer gesagt, seine Schuluniform drüber- ziehen. So machen das alle, denn es gibt keine Umkleidekabinen. Um 8.30 Uhr beginnt die erste Stunde.

Der Unterricht ist ähnlich wie in Deutschland, auch wenn es Fächer gibt, die es in Deutschland nicht gibt, wie zum Beispiel Haushaltsunterricht oder angewandte Technik. Auch der Musikunterricht ist völlig anders. Während man in Deutschland den Aufbau einer Oper untersucht, wird in jeder Klasse ein dreistimmiges Chorlied für einen Kontest einstudiert.

Mittags gibt es Essen in der Schule. Der Staat hat sogar ein Gesetz erlassen, das staatliche Schulen verpflichtet, ein Schulessen mit Zutaten aus der Region anzubieten. Die Qualität ist laut Takekaze hervorragend, es gibt kein Essen mehr als zwei Mal im Jahr. Takekaze liebt sein Schulessen.

Da die Schule in Japan erst um 16.15 Uhr endet und Takekaze wie alle anderen, danach an einem weiteren Sportkurs teilnimmt, wird er erst um 18 Uhr zurück nach Hause kommen. Kosten für Sportvereine entfallen im japanischen Familienbudget. Hausaufgaben gibt es keine, abends ist Zeit für die Familie.

Clara-Fey-Gymnasium, Klasse 8d