Ein Verein sollte Spieler aus der eigenen Jugend haben

Ein Verein sollte Spieler aus der eigenen Jugend haben

Uwe Gierlich vom Oberkasseler FV will auch ohne Aufstieg "nirgendwo anders hingehen"

Beuel. Fußball ist sein Leben. Uwe Gierlich ist langjähriger Trainer der 1. Mannschaft des Oberkasseler Fußballvereins. Zur vergangenen, laufenden und kommenden Saison des OFV befragten ihn Andreas Orth, Maximilian Vieweg und Marcel Wloemer.

Klasse: Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft genug Kampfgeist hat, um diese Saison aufzusteigen?

Uwe Gierlich: Kampfgeist, den haben wir sicherlich. Aber ich denke, da sind ein paar andere Mannschaften, die von ihrer personellen Zusammenstellung her in der Mannschaft uns überlegen sind. Zur Zeit ist es eher überraschend, dass wir Zweiter sind, weil auch sechs neue Spieler drin sind. Es sind junge Spieler und die brauchen auch ihre Zeit, bis sie die nötige Erfahrung haben. Also, die Möglichkeit ist da, aber es wird schwer. Ich denke eher, dass wir wieder um den zweiten Platz spielen werden.

Klasse: Heißt das, Sie wären auch zufrieden, wenn sie nicht aufsteigen würden?

Gierlich: Ich bin nie zufrieden, wenn man nicht aufsteigt. Klar, wenn man antritt in der Saison und man hat eine einigermaßen gute Mannschaft, dann möchtest Du auch ganz oben mitspielen. Aber Du musst das Ganze auch realistisch sehen. Ich denke, das käme jetzt vielleicht dieses Jahr zu früh.

Klasse: Und haben Sie auch vor, bei Oberkassel zu bleiben, wenn Sie nicht aufsteigen?

Gierlich: Ich bin ja auch letztes Jahr in Oberkassel geblieben, als wir nicht aufgestiegen sind. Sicherlich werde ich nirgendwo anders als Trainer hingehen. Aber ob man dann weiter als Trainer dort arbeiten kann, das muss die Zeit zeigen.

Klasse: Litt denn Ihre Mannschaft darunter, dass sie letztes Jahr nicht aufgestiegen ist?

Gierlich: Es sind letztes Jahr acht Spieler gegangen, von denen sieben schon zehn Jahr hier in Oberkassel gespielt haben, und das merkt man natürlich schon. Wir haben versucht, mit jungen Leuten aus der A-Jugend die Mannschaft zu ergänzen, damit man auch mehr Jungs hat, die aus dem Umkreis kommen. Denn momentan haben wie sehr viele Spieler, die aus dem Bonner Norden kommen. Das ist natürlich auch gut, aber es ist schöner, wenn ein Verein Spieler aus der eigenen Jugend hat.

Klasse: Wie oft trainieren Sie in der Woche?

Gierlich: In der Saison trainieren wir ganz normal zweimal und in der Saisonvorbereitung zwischen fünf und sechs Mal in der Woche.

Klasse: Planen einige Ihrer Spieler einen Vereinswechsel bei einem wiederholten Nichtaufstieg?

Gierlich: Ich glaube nicht. Das Einzige, was passieren könnte, ist, dass höherklassige Vereine junge Spieler, die durch Leistung auf sich aufmerksam machen, ansprechen.

Klasse: Wir haben gesehen, dass viele Spieler in Ihrer Mannschaft rauchen. Glauben Sie, dass das deren Leistung mindert?

Gierlich: Ich rauche selbst viel zu viel, daher kann ich da schlecht etwas zu sagen. Natürlich ist Rauchen bekannterweise mehr als ungesund. Ich denke, die Kondition wäre besser, wenn sie nicht rauchen würden.

Klasse: Verdienen Sie mit Ihrem Trainerjob Geld?

Gierlich: Ja, aber es wird für die Mannschaft verwendet.

Klasse: Leidet Ihr Privatleben unter dem Sport?

Gierlich: Ich habe Glück, dass ich eine Frau habe, die sich auch für Fußball interessiert und auch bei den Spielen immer mitfährt. Sie hat früher selbst Fußball gespielt und dadurch ist das alles viel einfacher. Sie hat dafür Verständnis, ansonsten wäre es problematischer.

Ernst-Kalkuhl-Gymnasium Klasse 8a

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