Die Macht des Wortes

Die Schriftsteller Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky wurden von den Nazis verfolgt.

Welche Macht das Wort hat, welche Bedrohung es für Machthaber darstellt, zeigt das Schicksal der Schriftsteller Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky. Sie kämpften für Recht, Freiheit, Selbstbestimmung und Frieden - allein mit dem Wort. Sie übten Kritik am bestehenden Staat, der Unrecht nicht bekämpfte, sondern sogar praktizierte.

Der Staat der Weimarer Republik ging gegen die Schriftsteller an; die politischen Prozesse waren Unrechtsprozesse. Das Dritte Reich machte dann kurzen Prozess; Carl von Ossietzky wurde im KZ so gequält, dass er an den Folgen der Haft starb; Kurt Tucholsky setzte sich ins Ausland ab und starb dort kurze Zeit danach. Ihr Verbrechen: das Wort. Die Schriftsteller wollten sich nicht fügen. Sie wurden physisch vernichtet, aber ihre Gedanken leben und sorgen mitunter heute noch für Unruhe - wie der Satz "Soldaten sind Mörder" von Kurt Tucholsky.

Kurt Tucholsky war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Pazifist, geboren am 9. Januar 1890 in Berlin als das erste Kind von drei, des jüdischen Bankkaufmanns Alex Tucholsky und dessen Frau Doris. Seine frühere Kindheit verbrachte Tucholsky in Stettin, im damaligen Preußen und heutigen Polen. Er wurde mit neun Jahren in das Französische Gymnasium in Berlin eingeschult.

Als Tucholsky 15 war, verstarb sein Vater, zu dem er ein sehr gutes Verhältnis im Gegensatz zu seiner Mutter hatte. Schon während seiner Schulzeit verfasste er journalistische Texte. Er fing an, Jura zu studieren, brach es aber ab, promovierte trotzdem in dem Fach einige Jahre später. Der Beginn seiner journalistischen Karriere wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.

Während des ersten Weltkrieges lernte er Hans Fritsch kennen. Daraus entwickelte sich eine lebenslange enge Freundschaft mit Fritsch. Später verewigte er seinen Freund als Jacopp in seinen Reiseschriften. Im Jahre 1919 verbrachte Tucholsky einige Zeit bei seinem Freund in der Villa Fritsch in Nußbach, dem heutigen Gemeindeteil von Triberg im Schwarzwald. Von dort aus schrieb er an seine Geliebte Marie Gerold ,"Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird".

Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, Klasse 8c