Der Regenwald - ein bedrohtes Ökosystem

Der Regenwald - ein bedrohtes Ökosystem

Großflächige Abholzung für die Rinderhaltung sowie für die Möbel- und Papierindustrie.

Mit dem Begriff Regenwald bezeichnet man Wälder, welche durch ein besonders feuchtes Klima aufgrund von meist mehr als 2000 Millimeter Niederschlag im Durchschnitt pro Jahr gekennzeichnet sind.

Der Regenwald wird auch als "grüne Lunge" bezeichnet wegen seiner Eigenschaft, CO2 aus der Luft aufzunehmen und Sauerstoff abzugeben. Regenwälder stellen damit wichtige Filter für das globale Klimasystem dar. Allein der Amazonas-Regenwald speichert geschätzte 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff.

Bekannterweise schwindet die Fläche des weltweit größten Ökoystems allerdings seit Jahrzehnten durch Menschenhand. Die Gründe für die Zerstörung sind fast ausschließlich wirtschaftlicher Natur. Trotz zahlreicher Versuche, Regierungen, internationale Konzerne und die breite Öffentlichkeit für die Thematik zu sensibilisieren, geht der Raubbau unerbittlich weiter.

Da der Boden des Regenwalds durch das eingeschränkte Speichervermögen so wenige Nährstoffe enthält, können die Bauern auf dem gleichen Untergrund meist nur einmal anbauen. Danach wird neues Land benötigt, wofür wiederum Bäume gefällt werden müssen. Vor allem finden die großflächigen Rodungen für die Exportwirtschaft statt. Zunächst ist der Fleischexport nach Europa zu nennen. Damit dort Vieh gehalten und Viehfutter angebaut werden kann, müssen großflächige Teile des Regenwaldes abgeholzt werden. Das Fleisch dieser Tiere, vor allem Rindfleisch, findet sich in unseren Supermärkten!

Ferner findet Abholzung in gigantischem Ausmaß für die Möbel- und die Papierindustrie statt. Tropenhölzer, welche oft - unter anderem durch die Niedriglohnzahlungen - günstiger zu erwerben sind als europäische Hölzer, werden in großem Stil für die Möbel- und Papierindustrie verwendet. Täglich verschwindet dabei so viel Regenwald, wie es etwa der Fläche von 4000 Fußballfeldern entspricht.

Die Entwaldungsrate hat in den 1980er und 1990er Jahren zugenommen und tut es womöglich immer noch. Armut und Bevölkerungswachstum spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch Wildtiere sind bedroht: zur Gewinnung seltener Nahrungsmittel, traditioneller Medizin, Trophäen, Rohmaterialien und Haustieren.

Im Amazonas sind bereits 700 000 Quadratkilometer der ursprünglichen Natur verloren. Rinderzucht ist flächenmäßig Hauptverursacher der Urwaldzerstörung dort. Mehr als ein Drittel der 200 Millionen brasilianischen Rinder steht bereits auf ehemaligem Urwaldboden.

Obwohl sich renommierte Umweltorganisationen jahrelang für ein echtes Waldschutzgesetz eingesetzt hatten, setzte die Lobby der Großgrundbesitzer und Rinderfarmer eine Auflockerung der Rodungsbestimmungen durch. So stieg die Urwaldzerstörung 2013 nach Jahren der Rückläufigkeit rasant um 28 Prozent an, in einigen Bundesstaaten Brasiliens gar um bis zu 50 Prozent! Der Großteil der Rodungen geschieht illegal - aber meist straffrei. Per Satellitenüberwachung kann die brasilianische Regierung dabei eigentlich genau verfolgen, wo zurzeit Brände wüten, allerdings nicht den Brandstifter rückverfolgen.

Wie lange das Ökosystem Regenwald noch existieren wird, ist die Frage. Eine Klimaerwärmung von zwei bis drei Grad, kombiniert mit der Entwaldung weiter Teile des Regenwaldes, könnte ferner dafür sorgen, dass die Niederschläge voraussichtlich um bis zu dreißig Prozent abnehmen - ein gefährlicher Kreislauf. Vielleicht wird die grüne Lunge unseres Planeten eines Tages für immer der Vergangenheit angehören. Wir werden statt dessen auf kahle Weideflächen, brandgerodete Felder, Holzplantagen und eintönige Monokulturen blicken. Dann wird es für ein Zurück vielleicht zu spät sein.

Nicolaus-Cusanus-Gymnasium, Klasse 8c

Mehr von GA BONN