Superhelden: Darth Vader ist nicht nur böse

Superhelden : Darth Vader ist nicht nur böse

Die Schurken in Filmen haben oft ihre Gründe dafür, warum sie so sind, wie sie sind. Ähnlich verhält es sich doch in der Gesellschaft auch.

Ich habe viele Superheldenfilme gesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass wir die Charaktere dort manchmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten sollten.

Jeder kennt sicher einen Film, in dem einer unserer berühmten Superhelden vorkommt. Dabei liegt der Fokus immer auf dieser Figur. Doch fast jeder Superheld hat auch einen Gegenspieler – den Bösewicht.

Wer kennt sie nicht, diese Schurken, die die Welt beherrschen wollen und jeden, der ihnen im Weg steht, vernichten werden? Wenn man sich die Figuren jedoch näher anschaut, merkt man, dass vieles an ihnen realistisch wirkt.

Denn sogar diejenigen, die Grauenvolles tun, haben eine eigene Geschichte. Sie handeln aus Wut, Trauer oder Eifersucht. Anstatt diese Gefühle zu unterdrücken oder einfach hinter sich zu lassen, wollen sie Rache an den Menschen nehmen, die daran schuld sind. Aber ist das nicht ein menschliches Verhalten? Und hat nicht jeder eine zweite Chance verdient?

Jeder macht mal Fehler, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Und genauso wie jeder Mensch haben auch die Schurken im Film ihre Schwächen – egal, ob es um die Familie, um Freunde oder um einen besonderen Gegenstand geht.

Sogar die Bösen wollen geliebt werden. Viele der Bösewichte haben unverschuldet Narben oder Verletzungen davongetragen. Viele Menschen bewerten nur die äußere Hülle und bezeichnen andere als Monster. Wer aber ständig so behandelt wird, wird irgendwann tatsächlich zum Monster. Aber selbst sie suchen Zuflucht. Schließlich wollen auch sie nur leben.

Ist böse also immer böse und gut immer gut? Woher wissen wir eigentlich so genau, wer zur bösen und wer zur guten Seite gehört? Und woher wissen wir, ob sich die, die wir als unsere Beschützer gesehen haben, nicht am Ende gegen uns wenden werden? Das Gute und das Böse kann sich auch in beide Richtungen entwickeln. So ist aus dem besten Jedi-Ritter Anakin Skywalker der Schurke Darth Vader geworden. Am Ende jedoch gibt er sein Leben für seinen Sohn Luke Skywalker, den er zuvor noch bekämpft hatte.

Also können wir nicht so einfach entscheiden, wer zur bösen und wer zur guten Seite gehört. Auch die, die wir für das Böse an sich halten, zeigen manchmal Herz.

Es reichen in „Despicable Me“ nur drei kleine Kinder, um den Superschurken Gru zu überzeugen, dass Familie wichtiger ist als die Weltherrschaft.

Wir, die Menschen, haben keine besonderen Kräfte. Wir haben Angst vor denen, die für uns „ungewöhnlich“ sind und tolerieren sie nicht. Also: Urteile nicht, ohne die Hintergründe zu kennen und gib jedem eine Chance.

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