GA-Sommergarten: Tangotanzen auf dem Dach der Bundeskunsthalle

GA-Sommergarten : Tangotanzen auf dem Dach der Bundeskunsthalle

Romina Balestrino und ihre Band faszinieren beim GA-Sommergarten an der Museumsmeile die Zuhörer – und einige Tänzer. Verzichtet wurde auf moderne Spielarten des Tangos.

Der Tango gilt als ungeheuer sinnlicher Tanz, die Musik als pure Leidenschaft in Notenform. Nun konnten sich Besucher des GA-Sommergartens davon überzeugen: Am Sonntag waren Sängerin Romina Balestrino sowie eine hochkarätige Band um den Klarinettisten Andy Miles auf dem Dach der Bundeskunsthalle zu Gast, um dem Tango Argentino in all seinen Formen zu huldigen, dem Vals ebenso wie der Milonga und der Candombe. Und auch wenn das Tempo eher verhalten wirkte, war die Spannung doch unzweifelhaft vorhanden. Ein Aspekt, den die Zuhörer ebenso schätzten wie einige Tango-Tänzer aus der Region, die sich extra für dieses Konzert über dem Museumsplatz versammelt hatten und sich nur zu gerne mit den oft komplexen Figuren wie den "Ochos" und "Ganchos" auseinandersetzten.

Balestrino, die nur gelegentlich in Erscheinung trat, und die virtuose Band blieben ganz bewusst traditionell, verzichteten auf moderne Spielarten des Tango und ließen es eher gemächlich angehen. Doch genau das haben sich Tänzerinnen wie Martina Robl erhofft. "Das sind exzellente Musiker, die urtümlichen, echten Tango spielen", freute sie sich. Seit zwei Jahren sei sie der Musik verfallen, seit einem Jahr aktiv dabei – Auslöser war dabei tatsächlich der GA-Sommergarten. "Ich stand damals hier auf dem Dach und habe den Tänzern neidisch zugesehen, wie sie sich zur Musik wiegten", erinnerte sich Robl. "Mich faszinieren vor allem die Leidenschaft und die Sinnlichkeit des Tangos. Und man muss spüren, was der Mann will, während man gleichzeitig immer wieder eigene Freiräume suchen muss. Diese Dualität finde ich unglaublich spannend."

Für die alten Klänge zeichnete auf der Bühne vor allem Bandoneon-Spieler Roberto di Rossa verantwortlich, der nach Aussage von Andy Miles schon mit Astor Piazolla gespielt habe und immer noch die Energie des Tangos in seinen Adern pulsieren fühlt. Für die Verzierungen sorgten derweil Miles, der sonst vor allem als Solo-Klarinettist des WDR-Rundfunkorchesters von sich hören lässt, sowie Romina Balestrino, die die Musik ihrer Heimat Argentinien mit der Muttermilch aufsog und die Poesie des Tangos immer wieder herauszukitzeln verstand. Eine bemerkenswerte Kombination, die beim Publikum gut ankam. Die Besucher saßen zwischen den Blumenrabatten oder beobachteten die Tänzer. Vielleicht hat sich ja noch jemand so wie einst Martina Robl inspirieren lassen. Dann hätte der GA-Sommergarten neben dem puren Genuss noch eine nachhaltige Wirkung – und genau das ist ja letztlich auch das Ziel.

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