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Rouzbeh Asgarian Septett: Jazzrock auf orientalische Art beim GA-Sommergarten

Rouzbeh Asgarian Septett : Jazzrock auf orientalische Art beim GA-Sommergarten

Lyrisch ist die Musik von Rouzbeh Asgarian durchaus. Leichte Kost wird an diesem Sonntagvormittag beim GA-Sommergarten eher nicht geboten. Das Publikum nimmt diese Herausforderung jedoch an – und wird mit fantastischen Stücken belohnt.

Poetisch, elegant, vielschichtig und exotisch, die persischen Wurzeln ebenso aufgreifend wie der Garten, den die Bundeskunsthalle auf dem Museumsplatz errichtet und als „Erfindung des Paradieses“ untertitelt hat. Insofern passt das Konzert Asgarians und seiner Band im Rahmen des GA-Sommergartens perfekt. Doch zugleich muss man sich auf die Klänge einlassen, die das Septett auf dem Museumsdach erzeugt, muss den Schritt in eine ungewohnte Welt wagen und konzentriert zuhören.

Die Mischung ist allerdings auch außergewöhnlich: Asgarian (im Iran geboren, in der Nähe von Aachen aufgewachsen und nach einem Studium in Maastricht in Köln lebend) kombiniert einen rockigen Impetus mit der Freiheit des Jazz und Instrumenten seines Vaterlands zu einer unvergleichlichen Melange.

Der zweifache Echo-Jazz-Preisträger Frederik Köster bringt charmante Trompetenlinien ein, Benjamin Stein webt mit Santoor und Oud feine Melodien, Bassist Reza Askari pulsiert. Dazu kommen Schlagzeug, Nai und eine orientalische Rahmentrommel als weitere Noten in einer Sammlung sinnlicher Kompositionen, die ebenso aufputschend wie schwarzer Kaffee sind und so verwoben wie ein fliegender Teppich.

Rouzbeh Asgarian spielt beim GA Sommergarten

Beständig nach vorne treibend zaubert das Septett Stücke hervor, die nicht immer die Erwartungen des Publikums erfüllen, mitunter als zu wild, zu verschroben oder zu vertrackt bezeichnet werden, die aber zugleich eine ganz besondere Faszination ausüben. Im hinteren Teil des Bundeskunsthallendaches tanzt sogar ein junges Mädchen ganz in sich versunken auf einem Tisch, während andere in der Sonne liegen und mit geschlossenen Augen die Musik auf sich wirken lassen. Funktioniert. Man muss es nur mal ausprobieren.

Der GA-Sommergarten macht nun zunächst eine kleine Pause, bevor es am 9. Juli mit Manuel Torres weitergeht. Der gebürtige Chilene, ein alter Bekannter dieser Veranstaltungsreihe, wird dann wie gewohnt von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr auf dem Dach der Bundeskunsthalle die Musik seiner Heimat auf seine ganz eigene Weise interpretieren und von Liebe, Gerechtigkeit und Heimat singen. Der Eintritt ist natürlich frei. Für gehbehinderte Besucher steht im Inneren der Bundeskunsthalle ein Aufzug zur Verfügung.